Roger and Brian Eno - Mixing Colours (foto: deutsche grammophon)

Roger and Brian Eno – Mixing Colours

Erscheinungsdatum
März 20, 2020
Label
Deutsche Grammophon
Unsere Wertung
7
7
Entspannend.
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Kaum zu glauben, aber mit „Mixing Colours“ legen die beiden Klangtüftler Roger und Brian Eno, die ja schon mehrfach kollaboriert haben, erstmals ein richtiges, gemeinsames Album vor. Die Platte des Brüderpaars ist soeben via Deutsche Grammophon erschienen. Darauf zu hören: 18 Klanglandschaften, die zum Träumen einladen. So wichtig, gerade in Zeiten wie diesen.

Nein, „Mixing Colours“ ist nicht mal eben über Nacht eingespielt worden. Tatsächlich ist das gemeinschaftliche Werk über viele, viele Jahre entstanden. Alles begann damit, dass Roger Eno einzelne Stücke auf einem MIDI-Keyboard spielte und aufnahm. Die digitalen MIDI-Dateien schickte er dann seinem älteren Bruder. Der wiederum übersetzte jedes Stück in eine eigene Klangwelt, frisierte den Inhalt und manipulierte ihn. Ein musikalischer Dialog entbrannte.

Die frühesten Stücke von „Mixing Colours“ nahmen um 2005 Gestalt an, waren ursprünglich aber nicht als Teil einer größeren Sammlung gedacht. „Wir arbeiteten nicht auf ein Endresultat hin. Es war wie das Hin und Her eines Gesprächs, das wir 15 Jahre lang führten“, sagt Roger. „Nach dem Aufwachen morgens ging ich sofort nach oben, schaltete meine Geräte ein und improvisierte, dann schickte ich Sachen an Brian, die ihn vielleicht interessieren könnten. Die Idee zu einem Album entstand, als die Anzahl der Stücke wuchs und die Ergebnisse interessant blieben. Keiner von uns beiden hätte das allein erreichen können.“

Songs mit meditativem Charakter

Das Ergebnis, von dem Eno spricht: 18 oft meditative Klanglandschaften, die sowohl Rogers Blick zurück – seine geradezu klassischen Kompositionen erinnern an die melancholische Melodik des späten Schubert – als auch Brians schöpferischer Progressivität Rechnung tragen. Der Mann ist einfach begeistert davon, was technisch heute alles so möglich ist, wie sich die Welt der elektronischen Musik in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat. Brian: „Bei den klassischen Instrumenten steht die Klarinette für eine kleine Klanginsel, die Bratsche für eine weitere und der Flügel für noch eine andere. Jedes Instrument repräsentiert eine begrenzte Menge klanglicher Möglichkeiten, eine einzige Insel im grenzenlosen Ozean aller möglichen Klänge, die man hervorbringen kann. Bei der Elektronik werden alle Räume zwischen diesen Inseln erforscht. Das Ergebnis sind neue Klänge, die vorher überhaupt nicht existierten. Es hat mir ungeheuren Spaß gemacht, diesen Ozean anhand von Rogers unvergleichlichen Kompositionen zu erforschen.“

Mit nur einer Ausnahme haben alle Tracks der Aufnahme auf Farben bezogene Titel – „Burnt Umber“ (Gebrannte Umbra), „Obsidian“ oder „Verdigris“ (Grünspan) beispielsweise – so wie auch manches abstrakte Gemälde. In ihrer Gesamtheit sind sie eine tiefe Meditation über wechselnde Klangschattierungen und kontrastierende Timbres. Der letzte Track, „Slow Movement: Sand“, reduziert die Musik auf das Notwendigste an Klangfarbe, Timbre und Puls.

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