Quo Vadis, Aida? (foto: farbfilm verleih)

Quo Vadis, Aida?

Erscheinungsdatum
Dezember 17, 2021
Verleih
farbfilm
Unsere Wertung
7.5
7.5
Eindringlich.
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Schmerzhaftes, erschütterndes Drama über ein abscheuliches Kriegsverbrechen: „Quo Vadis, Aida?“ verhandelt eindringlich das Massaker von Srebrenica. Der Streifen liegt nun fürs Heimkino vor. Regisseurin Žbanić betont in ihrer kraftvollen Geschichte den auch heute notwendigen Schutzauftrag von Staatengemeinschaften gegenüber geflüchteten Menschen aus Kriegsgebieten in der ganzen Welt.

Bosnien, Juli 1995. Aida (Jasna Ðuriči) ist Übersetzerin für die UN in der Kleinstadt Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt einnimmt, gehört ihre Familie zu den Tausenden von Menschen, die im UN-Lager Schutz suchen. Als Dolmetscherin in den Verhandlungen hat Aida Zugang zu entscheidenden Informationen. Sie versucht dabei, Lügen und Wahrheiten auseinanderzuhalten, um herauszufinden, wie sie ihre Familie und ihre Mitbürger*innen retten könnte.

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Kriegsfilme haben meist eines gemeinsam: Sie werden aus männlicher Perspektive erzählt. „Quo Vadis, Aida?“geht da einen anderen Weg. Der Film, für den Regisseurin Jasmila Žbanić verantwortlich zeichnet, nimmt die weibliche Perspektive. Protagonistin Aidas Schicksal steht da stellvertretend für das einer ganzen Generation von Frauen, die den Krieg in Bosnien überlebt haben. Mehr als 8000 – fast ausschließlich männliche – Zivilisten wurden bei dem als Genozid eingestuften Massaker von Srebrenica von der bosnisch-serbischen Armee ermordet und in Massengräbern verscharrt. Es gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Neben den grausamen Taten der Armee von Ratko Mladić wurde im Zusammenhang mit dem Massaker auch die Rolle der Vereinten Nationen scharf kritisiert. Zum 25. Mal jährte sich das Massaker von Srebrenica im Juli 2020 und bis heute erscheint es unbegreiflich, dass es vor den Augen der Staatengemeinschaft, mitten in Europa, zu einer solchen Katastrophe kommen konnte.

Schmerzhaft eindringlich

Jasmila Žbanić liefert mit „Quo Vadis, Aida?“ einen wichtigen kulturellen Beitrag zur Verarbeitung des Bosnien-Krieges. Dabei steht ihr ein herausragendes Ensemble zur Seite, darunter auch Edita Malovčić, die in Deutschland vor allem für ihre Rolle als Staatsanwältin Hanna Lennerts im Hamburger Tatort bekannt ist. Žbanić verfällt hier nicht der Versuchung, allzu explizite Gemetzel-Szenen zu zeigen. Der Schrecken des Krieges wird dem Betrachter jedoch auch so schmerzhaft bewusst.

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