Pulsar Trio (foto: Benjamin Maltry)

Pulsar Trio: Endlich wieder live

Es sind scheinbar gegensätzliche Instrumente, die das Potsdamer Pulsar Trio in seiner Musik vereint. Sitar, Piano und Drums. Eine groovige Fusion aus Jazz und Worldbeats. Endlich ist diese spannende Mixtur wieder mal live zu erleben.

Nein, ohne Publikum, das ist einfach nichts. Die Pianistin Beate Wein macht keinen Hehl daraus, dass ihr  das Live-Erlebnis in den vergangenen Pandemie-Monaten und Jahren gefehlt haben. „Es ist eine Zeit, auf die ich ungern zurückblicke“, sagt sie. Seit vergangenen Sommer ist das Pulsar Trio zwar hier und da wieder irgendwo live zu erleben, aber immer noch bestimmen Absagen und Verschiebungen den Alltag der Band. „Die Hälfte der geplanten Konzerte ist ausgefallen“, überschlägt Wein.

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Keine einfache Zeit also für die drei Musiker, die alle hauptberuflich von der Musik leben. Die schon auf dem Fusion-Festival oder beim Glastonbury Festival auf der Bühne standen. Plötzlich zurückgeworfen, auf null. „Es ging, es geht für uns natürlich auch ums Überleben. Darum, unsere Familien satt zu bekommen“, sagt Wein, die mittlerweile wieder im pädagogischen Bereich tätig ist, um sich etwas dazu zu verdienen.

„Unheimlicher bürokratischer Aufwand“

Auch Bandkollege Matyas Wolter (Sitar) ist im pädagogischen Bereich unterwegs. Die Politik sei mit ihren Corona-Hilfen keine allzu  große Hilfe gewesen. „Das ist alles ein unheimlicher bürokratischer Aufwand gewesen“, sagt Wein. Ein Aufwand, bei dem man sich am Ende auch nie sicher sein konnte, ob er sich lohnt oder ob man nicht doch wieder Geld zurückzahlen muss. Zeitfressend war das Ganze obendrein. „Die Zeit und Energie hätte ich lieber in kreative Arbeit gesteckt“, sagt Wein.

Neue Songs auf der SetlistGut genutzt hat das Pulsar Trio die Pandemie aber dennoch. Ein neues Album ist entstanden, „We Smell In Stereo“ soll es heißen und noch 2022 erscheinen, wie Wein verrät. Der Albumtitel beziehe sich dabei auf das Phänomen, das Haie tatsächlich „stereo“ riechen können. Das hilft ihnen, potenzielle Beutetiere besser aufzuspüren. Wein freut sich,  dass die Band bei den Aufnahmen zum Album gemeinsam an einem Ort, den Castle-Studios in Sachsen, weilte. „Das Digitale ist zwar in vielerlei Hinsicht für viele Bands in diesen Zeiten ein Segen, für uns wäre das aber nichts. Wir müssen uns im Raum spüren. Den Raum spüren“, so Wein.

Gut möglich, dass ein paar Songs aus dem neuen Machwerk auf der Setlist am Freitag landen. „Das wird wohl ein Mix aus all unseren Alben und neuen Liedern“, kündigt Wein an. Das Trio gehe zwar mit einem Plan in den Abend, aber auf der Bühne könne viel passieren. „Die Songs leben“, sagt Wein. An das Theater Blaues Haus, wo die Band an diesem Abend spielt, habe sie nur gute Erinnerungen. Wein: „Wir haben ja schon vor ein paar Jahren hier gespielt, das war sehr schön. Deswegen wollten wir diesen Termin auch unbedingt wahrnehmen, auch wenn wir am Ende nur wegen zwei Konzerten (am nächsten Tag spielt das Trio in Karlsruhe, Anm. d. Red.) den langen Anfahrtsweg auf uns nehmen. Aber wir müssen uns in diesen Zeiten gegenseitig stützen. Veranstalter und Künstler.“

Respekt vor der traditionellen Musik Indiens

Die Pianistin hofft, dass bald wieder mehr möglich sein wird. Rund 60 Konzerte gibt das Trio in normalen Jahren. Auf unbestimmte Zeit hat es seine geplante Asien-Tour, die unter anderem durch Nepal und Indien führen sollte, pandemiebedingt verschoben. Gerade in Indien ist das Trio gefragt. Keine Selbstverständlichkeit. Denn das Trio benutzt zwar mit der Sitar  ein Instrument, das auf dem Subkontinent äußerst populär ist, aber gerade das könnte die einheimischen Musikfans ja auch auf dem falschen Fuß erwischen. 

„Diese Sorge hatten wir vor dem ersten Auftritt in Indien natürlich auch. Wir dachten: Entweder wir werden verrissen oder man liebt uns. Zum Glück war Zweiteres der Fall“, sagt Wein. Sie hätten in Kalkutta sogar  Ovationen bekommen. Das liege  auch am respektvollen Umgang des Trios mit dem traditionellen Instrument, findet sie. Wein: „Matyas ist tief in der klassischen indischen Musik verwurzelt. Er verhohnepipelt das Instrument nicht“.

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