Prince – Purple Rain (Expanded Edition)

Prince - Purple Rain (foto: warner music)

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10 Warner Music
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Mit “Purple Rain” legt Warner Music eines der legendärsten Alben aller Zeiten wieder neu auf. Das sechste Studioalbum von Prince, das als Soundtrack zu dem gleichnamigen Film diente und im Juni 1984 erschien, kommt nun unter anderem als Expanded Edition daher.

Keine Frage: In der Rangliste der besten Alben aller Zeiten nimmt “Purple Rain” auf jeden Fall einen der vorderen Plätze ein. Das belegen zum einen die Zahlen: Immerhin konnte sich die Platte, die Prince mit seiner Begleitcombo The Revolution aufnahm, 24 Wochen lang auf Platz eins der US-Billboard-Album-Charts halten. Bis heute hat sich das Werk weltweit mehr als 22 Millionen Mal verkauft.

“Purple Rain” war aber nicht nur ein kommerzieller, sondern auch ein künstlerischer Erfolg. Ein Meilenstein. Sicher, der epische Überhit “Purple Rain” überstrahlt natürlich alles. Ist ja auch mit seiner Mixtur aus Gospel, Rock, R&B und orchestralen Elementen eine Wahnsinnsnummer, die auch heute nichts von ihrem Glanz verloren hat. Und dann dieses furiose Gitarrensolo!

Allerdings hat das Album “Purple Rain” viel mehr zu bieten als nur den genialen Titelsong. Etwa den wilden Opener “Let’s Go Crazy”, mitsamt seinem überraschenden Orgel-Intro, den schweren Gitarren und mitreißenden Drum-Machine-Parts. Das schlüpfrige “Darling Nikki”, das mit seinen sexuell aufgeladenen Lyrics dafür sorgte, dass irgendwann “Parental Advisory”-Sticker auf Musikalben gepappt wurden. Oder auch die starken Balladen: “The Beautiful Ones”, das sich im Verlauf des Songs so schön nach oben schraubt, und natürlich “When Doves Cry”, jene Leadsingle, die – für die achtziger Jahre untypisch – ohne Bassline auskommt. “I Would Die 4 U” und “Baby I’m A Star” laden einen dann noch Mal zum Tanzen ein. Leider sorgte die kurzfristige Entscheidung, das eher dröge “Take Me With U”, ein Duett mit Apollonia Kotero, mit auf das Album zu packen, dafür, dass das rockige, sehr gitarrenlastige “Computer Blue” um etwa eine Minute gekürzt wurde.

Das neue, nun vorliegende Doppel-CD-Set “Purple Rain Deluxe” enthält das offizielle Paisley-Park-Remaster der Originaltapes des Soundtracks von 2015, der eine unveröffentlichte Vision des Albums offenbart, die Prince laut Label noch vor seinem Tod im Jahr 2016 beaufsichtigte. Leider fehlen hier die Songs des Films, die Prince zwar nicht performt, aber zumindest geschrieben und produziert hat.

Die Disc “From The Vault & Unreleased” umfasst elf Perlen, die aus Princes legendärem Archiv hervorgeholt wurden und die einen interessanten Einblick gewähren, wie sich die Songs entwickelt hatten, ehe sie dann in finaler Version auf dem Soundtrack landeten. “Computer Blue” etwa kommt hier deutlich härter daher. Starke Interpretationen finden sich hier auch von “Electric Intercourse“, „We Can F**k“ und „Father’s Song”.

Zusätzlich präsentiert “Purple Rain Deluxe – Expanded Edition” eine dritte Disc mit Single Edits und B-Sides sowie die Konzert-DVD “Prince And The Revolution Live At Carrier Dome, Syracuse, N.Y., March, 1985”, das es zuvor schon auf VHS zu erwerben gab. Audio und Video wurden vom Original Produktions-Mastertape aufbereitet, und eröffnen einen Eindruck von der Leidenschaft und der Kraft der legendären Live-Performances von Prince während seiner Hochphase.

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Fazit: Legendäres Werk.

Anspieltipps: Purple Rain, Darling Nikki, When Doves Cry, I Would Die 4 U, Electric Intercourse, We Can F**ck, Father’s Song

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