PJ Harvey - Uh Huh Her (foto: universal music)

PJ Harvey – Uh Huh Her/Uh Huh Her Demos

Erscheinungsdatum
April 30, 2021
Label
Universal Music
Unsere Wertung
7.5
Anspieltipps
The Letter
Who The Fuck?
The Pocket Knife
It's You
7.5
Roh und unmittelbar.
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Der Katalog der großartigen Polly Jean Harvey wird derzeit nach und nach auf Vinyl wiederveröffentlicht. Jetzt steht mit „Uh Huh Her“ Studioalbum Nummer sieben ins Haus. Wie auch schon bei den Vorgänger-Alben wird die Veröffentlichung flankiert durch eine begleitende Demo-Sammlung zum Longplayer.

„Uh Huh Her“ hat den Titel „Solo-Album“ tatsächlich verdient. Denn PJ Harvey hat das gute Stück in einem Zeitraum von zwei Jahren (2002 bis 2003) fast komplett im Alleingang aufgenommen. Ausgenommen von den Drums (da durfte Rob Ellis ran) hat Harvey hier jedes Instrument selbst eingespielt und die Platte am Ende auch selbst produziert. Das war nicht unbedingt üblich damals für sie, zuletzt hatte Harvey 1993 („4-Track Demos“) so gearbeitet.

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Vielleicht lag’s an der Intimität der Platte, die Harvey in einem Interview mit dem „Mojo“-Magazin als „tender“ bezeichnete. Denn „Uh Huh Her“ war seinerzeit erstaunlich introspektiv, ungefiltert und erdig geraten. Da zeigte Harvey plötzlich wieder eine neue Facette ihres künstlerischen Schaffens – und kehrte sich auch wieder von dem Sound des zugänglicheren „Stories From The Cities, Stories From The Sea“ ab, ohne aber wieder komplett eine Rolle rückwärts zu machen. Da war auf einmal wieder mehr Mut zur Unvollkommenheit, zum Rohen, auch zum Hässlich-Verzerrtem, ja, sogar zum beinahe Unfertigen („Cat on the Wall“, „You Come Through“). Der Legende landeten ausschließlich erste Takes auf dem finalen Produkt.

PJ Harvey ganz minimalistisch

Viel Schnickschnack gibt es aber sowieso nicht. Harvey wählt einfache Mittel, gibt sich hier geradezu minimalistisch, macht keine Sperenzchen. Die Songs stehen fast nackt da, die Emotionen wirken so echt und authentisch („Who The Fuck“! Oder: das frustrierte „The Letter“!), dass man sich als Hörer fast wie ein Voyeur vorkommt – ein Eindruck, der durch das Polaroid-Artwork nochmal unterstützt wird. Klar, es geht insgesamt viel um weibliche Rollenbilder, Liebe Herzschmerz und Sex, die klassischen PJ-Harvey-Themen. Doch hier und da hat die Gute dann auch noch eine echte Überraschung im Ärmel: die Mörder-Ballade „The Pocket Knife“ etwa hätte auch Nick Cave nicht besser hinbekommen.

Fun fact: Der Song „Uh Huh Her“, den PJ Harvey gerne mal in ihren Live-Shows gespielt hat, befindet sich nicht auf dem Album. Es war aber sein Chorus, der den Titel der Platte inspirierte.

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