Phosphorescent – C’est La Vie

Phosphorescent - Cest La Vie (foto: dead oceans)

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8 Dead Oceans (Cargo Records)
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Lange nichts mehr gehört von Matthew Houcks. Nun meldet sich der Gute aber mit der ersten neuen Phosphorescent-Veröffentlichung seit fünf Jahren zurück: “C’est La Vie” ist soeben via Dead Oceans erschienen.

Die neue Phosphorescent-Platte dokumentiert eine bewegende Zeit im Leben von Matthew Houcks. In den vergangenen fünf Jahren hat der Mann sich verliebt, eine Familie gegründet, New York in Richtung Nashville verlassen, eine Meningitis überlebt und ein Studio aufgebaut. Dort hat er natürlich auch “C’est La Vie” produziert, den Nachfolger des 2013er Machwerks „Muchacho“. Das Ding ist bis dato Houcks’ Bestseller, auch dank des spektakulären Tracks „Song For Zula“. Und das obwohl der Gute schon seit 2003 unter dem Namen Musik macht. Houcks durfte “Muchacho” bei Jimmy Fallon vorstellen, er tourte mit namhaften Kollegen wie Father John Misty und The National und bespielte die Festivals Glastonbury, Bonnaroo und Lollapalooza.

Vergangenheit. Der frischgebackene Familienvater schlägt mit “C’est La Vie” ein neues Kapitel auf. Das Ding ist ziemlich zugänglich geraten, ja, geradezu poppig. Sein Händchen für Melodien und Hooks hat der Mann in den vergangenen Jahren offenbar nicht verloren. Das wird wohl einige Fans aus “Pride”-Zeiten vor den Kopf stoßen, ist aber irgendwo auch nur der nächste, logische Schritt in der Entwicklung des Musikers. Kann man doof finden, in den besten Momenten aber erinnert Houcks hier an Paul Simon (etwa beim grandiosen “New Birth in New England” oder “My Beautiful Boy”). Auch eine Prise Vampire Weekend ist da dann und wann rauszuhören. Wunderbar laid back ist das experimentelle “Christmas Down Under”, bei dem Houcks auf einen Vocoder zurückgreift und damit einen großartigen Effekt erzielt.

Keine Frage: “C’est La Vie” ist eine Platte, die man sich gönnen sollte – und dann am besten in einer Sitzung auf dem gemütlichsten Platz im Haus durchhört. Eine Platte, die ist, wie das Leben eben so it: voller kleiner und großer Überraschungen, Fröhlichkeit und Traurigkeit. Und letztlich zu schnell zu Ende.

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Fazit: Gelungenes Comeback.

Anspieltipps: C’est La Vie No. 2, New Birth In England, Christmas Down Under, These Rocks

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