Nick Cave - Idiot Prayer: Nick Cave - Alone At Alexandra Palace (foto: AWAL/ Rough Trade)

Nick Cave – Idiot Prayer: Nick Cave Alone at Alexandra Palace

Erscheinungsdatum
November 20, 2020
Label
AWAL/Rough Trade
Unsere Wertung
9
Anspieltipps
The Ship Song
Palaces Of Montezuma
Into My Arms
Jubilee Street
Higgs Boson Blues
9
Unheimlich intim.
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Intimer geht es kaum: Das Live-Album „Idiot Prayer: Nick Cave Alone at Alexandra Palace“ hat der gute Nick alleine am Klavier in einem menschenleeren Londoner Konzertsaal eingespielt. Es ist der Soundtrack zu einem Konzertfilm, der Anfang 2021 in die Kinos kommen soll.

Aufgenommen wurde „Idiot Prayer: Nick Cave Alone at Alexandra Palace“ im Juni 2020. Damals wurden in England gerade die ersten Maßnahmen zurückgenommen und das Land erwachte langsam wieder aus dem Lockdown. Normalität war damit aber natürlich noch lange nicht erreicht. Das Virus war ja schließlich nicht ausgelöscht, Menschenansammlungen, Live-Konzerte – das waren immer noch utopische Ideen. Caves Solo-Performance sollte in erster Linie eine Reaktion auf die Isolation und die Einschränkungen der Zeit des Lockdowns sein. Eigentlich war der Gig nur als Online/Streaming-Event konzipiert. Jetzt können die Fans den eindrucksvollen Mitschnitt, der angeblich in einem Take mit zwei Kameras entstanden ist, aber ein weiteres Mal auf der großen Leinwand erleben. Erweitert um vier zusätzliche Songs, die bisher noch nicht zu sehen und zu hören waren – allerdings auch auf diesem Soundtrack fehlen.

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Dennoch: Dieses Live-Album – eine logische Konsequenz der „Conversations with …“-Konzerte – ist ein Erlebnis. „Idiot Prayer“ zeigt die Essenz von Nick Cave, der hier auf sich allein gestellt ist. Er präsentiert seine Stücke so minimalistisch wie selten zuvor, allein am Klavier, wobei das Set des Australiers alles von frühen Bad Seeds- und Grinderman-Kompositionen bis hin zum aktuellen Nick Cave & The Bad Seeds-Album „Ghosteen“ beinhaltet. Der Schwerpunkt liegt aber auf „The Boatman’s Call“ von 1997. Der Sound ist wunderbar, klar. Viele Songs gewinnen durch diese Unmittelbarkeit. „Into My Arms“, „Palaces Of Montezuma“, „The Ship Song“ – die gehen einem in dieser Version schon unter die Haut. Diese Verletzlichkeit! Aber auch 2013er Material wie „Jubilee Street“ oder „Higgs Boson Blues“ weiß in dieser Stripped-Down-Variante zu überzeugen. Komplett neu ist die Nummer „Euthanasia“, eine kurze, aber tieftraurige Ballade, die dem Rest der Setlist in nichts nachsteht.

Maskierte Gaffer und nervöse Kameramänner

Es ist geradezu bewundernswert, welche Ruhe dieser Platte innewohnt. Vor allem, wenn man bedenkt, wie nervös, wie hektisch die Atmosphäre rund um Nick Cave an diesem Tag gewesen sein muss. „Wir waren umgeben von Covid-Kontrolleuren mit Maßbändern und Thermometern, maskierten Gaffern und Kameramännern, nervös aussehenden Technikern und Eimern mit Hand-Desinfektionsgel. Und irgendwie haben wir dabei etwas sehr Seltsames und sehr Schönes geschaffen, das in diese ungewisse Zeit hinein sprach, sich aber in keiner Weise von ihr verbiegen ließ “, so Cave. Für ihn seien Album und Film ein „Gebet ins Leere“ – und ein Andenken an einen seltsamen und prekären Moment in der Geschichte.“

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