My Soundtrack: Jaime

Jaime (foto: helmut bröll)

Produzent, Drummer und Sounddesigner – Joe Styppa alias Jaime ist ein Mann mit vielen Talenten. Kürzlich hat der Gute mit “Creatures” ein neues Album vorgelegt, ein Soundtrack für den Stadtmenschen, bestehend aus harten Elektrobeats, massiver Percussion und weichen Synthlines. Wieviel Urbanität wohl im Soundtrack seines Lebens steckt? Jaime hat es uns verraten.


Bryan Adams /// Hey Honey – I’m Packin´ You In


Okay wir fangen mal ganz vorne an. “Ganz weit vorne” war zirka 1995. Ich war gerade mal vier und meine Mum hatte mir dieses Bryan-Adams-Album „Waking Up The Neighbours“ gekauft. Ich stand total darauf. Laute Gitarren, fette Drumgrooves. Ich bin in der ganzen Bude herumgerannt und habe zu dem Sound auf allem herumgetrommelt was einigermaßen laut war. :D

 Ein paar Tage danach beschloss ich mit meinem Dad aus einer simplen Holzplatte eine E-Gitarre heraus zu sägen. Die Saiten waren Fäden und der Lautstärkeregler ein Nagel. Ziemlich schnell bin ich Bryan auf die Schliche gekommen … Der Hund hatte nicht nur eine Gitarre, sondern gleich fünf oder sechs. Ich hab’s mit meinen eigenen Augen im Booklet gesehen! Ok, schnell zu Papa gelaufen und ihn beauftragt noch eine Gitarre mit mir auszusägen. Ich glaube irgendwo daheim im Keller liegen die noch rum. Muss mal wieder üben.

Vielleicht hab ich das Album damals so gefühlt, weil es – wie ich – 1991 entstand. Da steckt einfach eine spezielle Energy drin. Na ja, anyway, ich bin eigentlich nicht so der Esoterische. Letztes Jahr im Sommer habe ich durch Zufall genau dieses Album in einem Vinyl Store in Berlin gefunden. Klar, das habe ich sofort geshoppt!



Red Hot Chili Peppers /// Around The World


Einige Alben später fiel mir dann die „Californication“-Platte in die Hände. Na ja, keine Platte eher eine CD. Und die war gebrannt :D Hab sie vom Mann meiner Schwester bekommen, einem absoluten Guitar Hero, der mich immer wieder mit gutem Sound versorgt hat. Ich glaube, da hat sich bereits mein Faible für Rap abgezeichnet. “Around The World” ist einfach ein genialer Track. Diese roughen, dreckigen Drums, der überpräsente Bass und dazu diese Rap-Stimme, welche irgendwie nach Kurtis Blow auf Rattengift klingt. Fett!!! Ab da habe ich immer mehr nach solch einem Sound gesucht und bin natürlich auch bei so Alben wie „Evil Empire“ von Rage Against The Machine gelandet.

Puhhh, all das hat mich gerade als Drummer ziemlich geprägt. Wenn ich heute auf großen Bühnen trommele. erinnert mein Spiel viel mehr an all diese Sound-Nuancen als an die typischen Rap-Trommel-Nasen. Schön punchy, dick und save!


Every Time I Die /// No Son Of Mine


Als Teenager habe ich mich fast ausschließlich mit Hardcore, Stoner Rock und Metal beschäftigt. Ich hatte lange Haare, ein riesen Drum-Set und hing ständig in irgendwelchen Jugend-Clubs rum. Eben dort, wo die passenden Bands spielten. Einer meiner favorite Tracks aus dieser Zeit ist definitiv „No Son Of Mine“. Ich höre mir auch heute gern Alben von Every Time I Die, Crobot oder den Architects an. Every Time I Die sind jedoch einfach unschlagbar. Die Jungs sind gefühlt 300 Tage im Jahr auf irgend einer Bühne und liefern einen soooo unfassbar ehrlichen Rock-Sound ab. Einfach krass, sollte man sich unbedingt mal reinziehen! Auch live!


Flume /// On Top


Nach dem ganzen “Jugendhaus, Trommel, Metal, Bier“-Ding habe ich dann meine Sachen gepackt und mich auf die Suche nach etwas Neuem gemacht. Seit Jahren beschäftige ich mich nun intensiv mit Rap und elektronischer Musik. Ich produziere für diverse Artists und hau live und im Studio die Pauke für etliche aus der Szene. Von Anderson .Paak bis zu Zedd habe ich mir alles mögliche auf die Lauscher gegeben. Einiges hat mich beeindruckt, anderes wiederum gar nicht.

„On Top“ von Flume war allerdings ein Song, welcher es definitiv in meine Top-10-Tracklist geschafft hat. Flume ist einer der Producer mit einem unglaublichen Wiedererkennungswert. Ich liebe dieses Detailverliebte und Luftige an seinen Songs. Eben diese Attitude fasziniert mich auch bei einigen “Mura Masa“-Tracks oder dem Jack-Garratt-Album „Phase“. 


Anderson .Paak /// Mansa Musa


Anderson .Paak ist einer der wenigen Künstler, bei welchem ich blind auf Play drücken kann und sicher gehe, etwas zu hören, das mich komplett überzeugt! Tierischer Rapper, tierischer Drummer und guter Neuerfinder! Einer mit einem ganz individuellen Sound und das nicht nur wegen der abgefahrenen „Pumuckl rappt jetzt auch“-Stimme. Auch die Beats haben ein ganz klares Trademark!!! „Mansa Musa“ ist vermutlich ein Tune, den man vor allem als Drummer so richtig fühlt. Dieser Groove ist so untypisch und erfrischend und dann Das Dr. Dre & Cocoa-Feature. Fett! All die anderen Songs von ihm sind jedoch ebenfalls großartig!

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