My Soundtrack: Flo Mega

Flo Mega (foto: florian von besser)

“BÄMS!” – Flo Megas drittes Studio-Album kam im April mit Wucht – fünf Jahre nach seinem bis dato letzten Longplayer. Der aus Bremen stammende Soul- & Hip-Hop-Künstler befindet sich derzeit auf Tour, um die Platte zu promoten. Ganz nebenbei fand er in all dem Trubel Zeit für unsere “My Soundtrack”-Reihe, in der er unter anderem in Erinnerungen an Sex auf dampfenden Wiesen schwelgt.


Pink Floyd – High Hopes


Zu der Zeit, als “Division Bell” heraus kam, spielte ich bereits in einer Schülerband. Die Stimmung des gesamten Albums ist ein einziges großes Foto meiner Zeit Mitte der 90er. Wenn ich den Song “High Hopes” höre, kann ich das Sonnenlicht von damals sehen und die Luft riechen. The grass was greener, the light was brighter. Ein magisches Meisterwerk. Es bringt mich direkt auf den Boden in meine Mitte, wenn ich es höre. 


Gang Starr – Mass Appeal


Guru und DJ Premier waren meine absoluten Vorbilder in Sachen Hip Hop. Ich wurde tatsächlich durch die “Bravo” auf das Album “Hard To Earn” aufmerksam. “Mass Appeal” und auch andere Tunes haben die perfekte Wärme und Tiefe, so wie das Orange des Covers – der Blick von DJ Premier sagt alles! “Mass Appeal” lief nachts in einer Sendung namens “Dancefloor”, die ich heimlich, leise mit meinem Radio hörte, welches ich neben meinem Bett stehen hatte. Ich hörte oft nur die blinkenden Töne der Samples. Das war eine magische Zeit. Im April 1994 hatte ich “Mass Appeal” beim Angeln in einer Auen-Landschaft auf den Ohren. Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass echter Hip Hop magisch und nicht zu kopieren ist. Zudem ist die Aussage noch heute in einer Form etwas wie eine Warnung – es ist nicht so einfach mit Courage und lügenfrei Geld im Musikgeschäft zu machen. 


Stanley Clarke – Yesterday Princess


Dieser Song hat mich tief berührt. Er drückt all meine Sehnsüchte nach Liebe und Frieden aus, der Schmerz verlorener Liebschaften und die Luft, wenn man im Sommer auf einer dampfenden Wiese Sex hat, sind in ihm konserviert. 

Es ist wie ein kleiner Urlaub. Dieses Lied ist kurz, ein Intro quasi – es ist einfach nur da und hat die schönste Bassline der Welt. In der Zeit sammelte ich ein paar Platten, es muss so um 2003 gewesen sein. Es bringt mich in eine schöne Stimmung und erinnert mich an sehr liebe, junge Frauen, die ich im Geiste dieses Liedes liebte. :) 


Dred Scott feat. Adriana Evans – Check The Vibe


Dieses Stück ist auf der “Breakin’ Combs” von 1994. Das Album zu besitzen, war das Resultat und die Konsequenz, mich nicht für den Kauf eines Albums von Alliance Ethnik zu entscheiden (wobei das auch kein Fehler gewesen wäre). Dred Scott hatte im Booklet etwas für diese Zeit Ungewöhnliches vermerkt. Im Kleingedruckten ließ er verlauten, dass er (haltet euch fest, ihr Genies) sein Album selbst produziert hat. Dort stand: Yes, I do my own beats. Das war für mich ein eindeutiges GO, es genauso zu machen. Denn Rapper, die ihre eigenen Beats machten, gab es nicht so in Massen wie heute. Mit Dred Scott verbinde ich, genau wie mit Gang Starr und Group Home oder Jeru the Damaja, 4 Jahreszeiten, 4 Elemente und eine Natural Mystic, die durch die Air blowt – im heißesten Sommer und im kältesten Winter. Pure Flavour und Vollendung meiner Identität.  


Hermann van Veen – Weg Da!


Sicherlich gab es lautere, englischere, rockigere Stücke, die ich als Kind zum Abreagieren hörte, versehen mit lauten Drums und schreienden Sängern: Aber dieses Stück von Hermann van Veen war jedes Mal eine Besonderheit, wenn es auf einer der mit Songs bespielten Kassetten aus dem Radio meines Vaters lief, die wir im Auto auf dem Rücksitz hörten. Der Text hat mich stark geprägt. Ich empfinde dieses Lied noch heute als sehr genial und kindgerecht. Hermann van Veen ist ein genialer, wirklicher Künstler, den ich heute noch sehr schätze und der mich mit seiner Musik auch über eine sehr schwere Zeit gebracht hat.

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