Ferhat (foto: patrick mettraux/artwork: cagan okuyan)

My Soundtrack: Ferhat

Der in Berlin lebende Künstler Ferhat ist ein mutiger Beobachter mit einer Agenda und ohne Scheu vor Tabubrüchen. Mit fast schon utopischem Optimismus beschäftigt sich der Musiker, der in diesem Jahr mit „Dance The Devrim“ eine neue Single vorgelegt hat, damit, heiklen politischen Themen künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Welche Songs sich so auf seiner ewigen Playliste finden, das hat uns der türkischstämmige Musiker in dieser „My Soundtrack“-Folge verraten.

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Madonna – Erotica 

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Madonnas „Erotica“-Album hatte mich echt umgehauen. Da traute sich jemand mal was! Ich konnte Madonnas Aufbegehren immer gut nachfühlen. Ihre italienische Herkunft konnte ich in meine türkischen übersetzen und den Katholizismus, der in ihrer Kunst eine grosse Rolle spielt, mit meiner traditionell-islamisch türkischen Erziehung in Verbindung bringen. Als auch die Lust eben diese Grenzen auszuloten. Bis heute gibt es keine Künstlerin, die so weit ging wie sie. In diesem Sinne ist ihr musikalisch-künstlerischer Einfluss auf mich sehr groß und ich höre sie sehr oft und immer wieder gerne. Am Track „Erotica“ gefallen mir die Oriental Vibes und diese nice klingende Basslinie. 

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Queen – Bohemian Rhapsody

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Die Band Queen und insbesondere Freddie Mercury habe ich, um ehrlich zu sein, viel zu spät entdeckt und lieben gelernt. In meiner Kindheit hatte er irgendwie etwas Unheimliches, dass ich nicht verstand, sowohl video-ästhetisch als auch musikalisch. Aber irgendwann begann ich mich stark für ihn zu interessieren sowie auch für seine Geschichte wie zum Beispiel seine Herkunft, die er verschleierte. Bei dem Song „Bohemian Raphsody“ werden Begriffe aus dem Koran, dem Arabischen und Hebräischen wie Bismillah („Im Namen Allahs“ ist übrigens die Eröffnungsformel der meisten Suren des Korans) verwendet, was ich einen spannenden Mix finde. Ich finde sowieso, dass der Westen und Osten ruhig öfters musikalisch sowie auch textlich miteinander verschmolzen werden könnten. Der Track geht 5:55 Minuten und war ein Riesenhit. Heutzutage undenkbar! 

Altin Gün – Gece

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Altin Gün ist eine Band, die ich rauf und runter höre. Sie haben den psychedelischen anatolischen Rock, der in den 70ern in der Türkei seinen Lauf nahm, wiederentdeckt, ausgegraben und neu interpretiert. Außerdem wurden sie für den Grammy nominiert. Es handelt sich um eine türkischstämmige Band aus Holland. Schön wie auch sie auf der Suche nach ihrer musikalischen sowie auch persönlichen Identität begannen, diesen Sound auszugraben und mit der Welt zu teilen. 

M.I.A. – Bad Girls

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Ich feiere M.I.A.s Video und Song „Bad Girls“ sehr. In einer Zeit, in der über das Burka-Verbot debattiert, über Kopftücher in unserer Gesellschaft diskutiert und der Islam erneut stigmatiert und negativ konnotiert wurde, kam dieses Video. Sie wollte zeigen, was arabische Kids eigentlich cool finden und wie sie in ihrer Freizeit abhängen und stilisierte sowohl musikalisch als auch visuell, wie „hip“ das eigentlich sein kann. Solche Videos würde ich mir viel mehr wünschen in unserer immer noch sehr „weiß“ dominierten Musikkultur. 

Athena – Ses etme

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Athena ist eine Ska-Band aus der Türkei. In Zeiten der repressiven türkischen Politik kamen sie mit einem Song heraus mit dem Titel „Ses etme“ was auf Deutsch heißt: „Sei still“ Dieser Song wurde zu einer Art Metapher in der Türkei für die Stimmung, die zu der Zeit dort herrschte. „Still und leise sollst du sein und falls Du doch deine Meinung sagen solltest, könnte es gefährlich für dich werden.“ Besonders mutig und stark ist auch das Video. Es verweist auf die Gewalt gegenüber transsexuellen Menschen in der Türkei, die durch den neuen politischen Wind immer stärker zunahm. 

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