Khruangbin (foto: tamsin isaacs)

„Mordechai“: Khruangbin mit neuem Album

Das texanische Instrumental-Trio Khruangbin meldet sich zurück. Bereits im Februar präsentierten Laura Lee Ochoa (Bass), Mark Speer (Gitarre) und  Donald „DJ“ Johnson (Drums) mit Leon Bridges ihre gemeinsame Kollabo-EP „Texas Sun“. Gestern Abend kündigte die in Houston ansässige Gruppe endlich ihren neuen Longplayer „Mordechai“ an, der am 26. Juni auf Dead Oceans erscheinen soll. 

Bereits jetzt gibt es die erste Singleauskopplung „Time (You and I)“ daraus zu hören. Der sonnendurchtränkte groovy Disco-Sound des Songs versprüht das Gefühl eines Festivals, das sich auf seine letzten Stunden zubewegt. Im charmanten Musikvideo wandern die Comedians Stephen K. Amos und Lunda Anele-Skosana durch London und platzieren bei Wind und Wetter kleine Sandburgen in den unterschiedlichsten Ecken der Stadt. Die Regie für das ungewöhnliche Musikvideo haben Felix Heyes & Josh R.R. Kingsübernommen.

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Aus dem Sound Khruangbins sprechen seit jeher die Melodien der ganzen Welt. Ostasiatischer Surf-Rock, persischer Funk und jamaikanischer Dub harmonieren Seite an Seite in dieser geschmeidigen Psych-Rock-Melange. Auf ihrer dritten LP „Mordechai“ rückt allerdings das erste Mal der Gesang ihrer meist instrumentalen Musik in den Vordergrund (fun fact: gleich 14 Sprachen sind auf „Mordechai“ zu hören). Ein überraschender Schritt für das Trio, jedoch einer mit sofortiger Wirkung. Denn die Tracks auf „Mordechai“ sind dadurch emotionaler und direkter geraten, verlieren jedoch nie den nomadischen Spirit, der bisher alle Khruangbin-Alben geprägt hat. 

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Gefühl der Befreiung und Dankbarkeit

Im Sommer 2019 waren Khruangbin bereits seit fast dreieinhalb Jahren ununterbrochen um den Globus unterwegs. Nach dem Tourstress, ließ sich die Band in ihrem Studio in Burton, Texas nieder und startete mit der Arbeit an „Mordechai“. Von Anfang an entschloss sich das Trio, die Arbeit am neuen Album langsamer als sonst anzugehen und das Projekt in Ruhe wachsen zu lassen.

Lee war diese Entschleunigungsprozess sehr wichtig. Während eines Wanderausflugs mit einem neuen Freund lernte sie diesen zu schätzen, als dieser sie ermutigte, von einem Wasserfall zu springen. Dieser Moment blieb bei ihr haften, ebenso wie das Gefühl der Schwerelosigkeit, das mit einem so großen Sprung einhergeht. Mit diesem Gefühl der Befreiung und Dankbarkeit im Gepäck kehrte Lee zurück nach Hause. Der Name des Freundes, der sie zum Wasserfall geführt hat, lautete übrigens Mordechai.

Vocals spielen nun eine größere Rolle

Als Khruangbin mit der Arbeit an ihrem neuen Album begannen, entschlossen sie sich die instrumentalen Räume ihrer Musik mit ein wenig Gesang auszufüllen. Zwar hatten die Texander schon früher mit Spoken Word-Einlagen experimentiert, aber dieses Mal verspürte Lee einen stärkeren Drang sich der Welt auch verbal mitzuteilen. Lees Texte verschaffen Khruangbins psychedelischer, warmer Musik eine neue thematische Tiefe, die es sich zu entdecken lohnt. Klanglich reist die Band auf „Mordechai“ erneut um den halben Kontinent. Indische Chanting-Boxes finden sich hier genauso wie kongolesische Gitarren-Synkopen. In seiner Vielfalt repräsentiert „Mordechai“ auch den Wohnort der Band. Houston, die Stadt in der sich Khruangbin gegründet haben, als kultureller Knotenpunkt, an dem man an jedem beliebigen Abend Country und Zydeco, Trap-Rap oder eine Avantgarde-Oper erleben kann. 

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