Midnight Sister - Painting The Roses (foto: Jagjaguwar)

Midnight Sister – Painting The Roses

Erscheinungsdatum
Januar 15, 2021
Label
Jagjaguwar
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
Doctor Says
Foxes
Sirens
7
Betörend.
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Ein Hauch David Lynch durchweht „Painting The Roses“, das neue Album von Midnight Sister. Die Platte folgt auf den 2017er Erstling „Saturn Over Sunset“ und ist in vielerlei Hinsicht ein fantasievolles, morbides Märchen. Oder, wie es Sängerin Juliana Giraffe nennt: „Joyful nonsense“.

Hinter Midnight Sister verbergen sich Julianna Giraffe und Ari Balouzian. Das in Los Angeles ansässige Duo ist bekannt für seinen cinematografischen Retro-Sound. Die Mucke hat Soundtrack-Charakter. Balouzians schlangenartige Streicherkompositionen sind wie Filmszenen, die es Giraffe erlauben, sich in neue Rollen und Stimmen zu hüllen. Ein bisschen von Jon Brions Partitur-Arbeit; einige alte Hollywood-Streicher und eine solide Dosis Glam und Disco aus dem Independent-Kino der 70er Jahre. Ari Balouzian ist auch für die Filmmusik des jüngsten Dokumentarfilms „Feels Good Man“ verantwortlich, einer Erzählung über die Verwandlung von Pepe dem Frosch.

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Drei Jahre nach „Saturn Over Sunset“ legt die Band nun also Album Nummer zwei vor. Juliana Giraffe reiste während der Entstehung des Platte zu ihrer Familie nach Argentinien, auf der Suche nach ihren Wurzeln. Bandkollege Ari Balouzian schuf in der Zwischenzeit den Album-Opener „Doctor Says“ während einer Session in der Wüste außerhalb von LA. Gleich eines der Glanzlichter des Albums. Die Gitarre, die Juliana an Südamerika erinnerte, hat einen langsamen, schwülstigen Surf-Tango. Und obwohl das Lied von der Wiederverbindung Julianas mit Argentinien inspiriert wurde, handelt es vom Verblassen einiger enger Freundschaften während der Entstehung des Albums. „Man, you have changed“, singt Giraffe, wobei unklar ist, ob es an einen Freund oder an sich selbst gerichtet ist.

Zwischen Indie-Rock und Baroque-Pop

Allerdings ist „Doctor Says“ nicht das einzige Highlight auf diesem zwölf Songs umfassenden Machwerk, das gekonnt zwischen Indie-Rock und Baroque-Pop mäandert, außerdem mit Elementen aus Jazz oder Disco spielt und Genres clashen lässt. Das überaus sinnliche „Foxes“ gehört sicherlich auch dazu, den Track hatten wir ja schon in unserer „Video of the Week“-Reihe vorgestellt. Giraffe demonstriert hier die Tiefe ihres Stimmumfangs, indem sie mehrere verschiedene Charaktere im Gespräch miteinander übernimmt. Großes Kino.

Keine Frage: Midnight Sister sind unheimlich detailverliebt, bei all denen Spielereinen geht hier und da auch mal der Fokus etwas verloren. Sei’s drum. Am Ende bleibt aber ein Album, bei dem es sich herrlich wegträumen lässt – und das man mit jedem Hören neu entdecken kann.

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