Matt Berninger - Serpentine Road (foto: book's records)

Matt Berninger – Serpentine Prison

Erscheinungsdatum
Oktober 16, 2020
Label
Book's Records
Unsere Wertung
8
Anspieltipps
Oh Dearie
One More Second
Silver Springs
Collar Of Your Shirt
8
Beeindruckend.
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Mit „Serpentine Prison“ legt Matt Berninger, im Hauptberuf Sänger der Band The National, sein erstes Soloalbum vor. Das Album, das vom bekannten Multiinstrumentalisten und Songwriter  Booker T. Jones produziert wurde, ist via Book‘s Records erschienen. Einem Label-Imprint, das Berninger und Jones in Verbindung mit Concord Records selbst gegründet haben.

Keine Frage: Matt Berninger gehört zu den Geschätzten seiner Zunft. Seit 1999 steht der gute Mann mit dem beeindruckenden Bariton den Indie-Rockern von The National vor. Warum der Musiker jetzt mit fast 50 nun sein erstes Soloalbum vorlegt. Selbstverwirklichung? Schwer vorstellbar, denn auch The National tragen ja nun mehr als deutlich Berningers Handschrift. Er schreibt (oft gemeinsam mit Ehefrau Carin Besser) die Songs der Band. Nein, Berningers Solo-Projekt ist vielmehr die Konsequenz einer Pause, die sich The National, die in den vergangenen Jahren ja omnipräsent waren, gerade gönnen. Berninger, so schlicht muss man es einfach sagen, hatte gerade Zeit.

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Und „Solo-Album“ klingt schon fast etwas verwegen, wenn man bedenkt, wie viele Gäste auf Berningers Erstling ihre Finger mit im Spiel hatten. Matt Barrick, Andrew Bird, Mike Brewer, Hayden Desser, Scott Devendorf, Gail Ann Dorsey, Teddy Jones, Brent Knopf, Ben Lanz, Walter Martin, Sean O’Brien, Mickey Raphael, Kyle Resnick, Matt Sheehy und Harrison Whitford griffen dem National-Mastermind bei seinem Solo-Debüt unter die Arme. Es sei das „kollaborativste Projekt“, das er je gemacht habe, sagte Berninger jüngst denn auch in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Es klingt wie ein Witz: Ich wollte unbedingt etwas allein machen. Also habe ich mir 20 brillante Musiker ins Studio eingeladen.“

Booker hat den richtigen Riecher

Damit das alles trotzdem irgendwie funktioniert und ein Album aus einem Guss wird, hat sich Berninger dann mit der Produzentenlegende Booker T. Jones zusammengetan. Berninger: „Ich habe ihm einige Demos geschickt, an denen ich mit einigen alten Freunden zu arbeiten begonnen hatte. Booker reagierte sofort auf diese Demos und ermutigte mich, weiter zu schreiben und mich tiefer in die Materie zu vertiefen. Sechs Monate später hatten wir zwölf Originale und sieben Cover beisammen. Alle, mit denen ich an diesen Songs gearbeitet hatte, kamen nach Venice, und wir nahmen innerhalb von 14 Tagen alles auf.“

Offenbar hatte Booker den richtigen Riecher. Zehn Songs sind auf dem überaus atmosphärischen „Serpentine Prison“ zu hören. Zehn Songs, die in ihren zumeist spartanisch-geschmackvollen Arrangements eine ungeheure Ruhe ausströmen, und Berningers Bariton genügend Raum bieten, um zu wirken. Es geht inhaltlich vornehmlich um Leid, Selbstreflexion und Liebe, und Berninger ist, das zeigt sich mal wieder, ein begnadeter Texter. Songs wie „My Eyes Are T-Shirts“, „Distant Axis“, „Oh Dearie“, „Collar Of Your Shirt“ oder „Loved So Little“ gehen einfach unter die Haut. Ebenso wie das wunderschöne Duett „Silver Springs“ mit Gail Ann Dorsey. „One More Second“ ist in seiner Zugänglichkeit dann schon fast fürs Radio geschaffen. Hätte so auch von Dolly Parton stammen können.

Nein, „Serpentine Prison“ ist nun keine drastische Abkehr vom The-National-Universum, tatsächlich erinnert so manches an den frühen Sound der Band. Dennoch war Berningers Entscheidung, diese Songs als Solo-Album aufzunehmen, goldrichtig. So wirken sie intimer, authentischer als es vielleicht mit voller Kapelle der Fall gewesen wäre. Ein Album, wie gemacht für herbstliche Regentage.

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