Greta Van Fleet (foto: universal music)

Greta Van Fleet

Erben oder Epigonen“ – das fragte seinerzeit schon der „Deutschlandfunk“. Und ja, die Fachwelt ist sich so ein bisschen uneins, wenn es um Greta Van Fleet und ihre Beziehung zu Genre-Granden wie Led Zeppelin geht. Fest steht: Die Jungs wissen, wie man es krachen lässt – und hauchen dem totgesagten Rock-Genre wieder etwas Leben ein.

Nein, Gretna Van Fleet hat mit Rockmusik eigentlich nicht viel am Hut. Ist so gar nicht ihr Ding. Und dennoch gab die Musikerin diesen enthusiastischen Jungs, die wie sie in der Kleinstadt Frankenmuth (Michigan/USA) lebten, die Erlaubnis ihren Namen (in leicht abgewandelter Form) für ein Bandprojekt zu verwenden. Nachträglich. Denn so ein bisschen hatten die Jungs ja bereits Fakten geschaffen und waren seit Gründung der Kapelle im Jahr 2012 unter dem Namen aufgetreten. Das hatte zur Folge, dass immer wieder Leute bei der verdutzten Dame anriefen, um sich über das nächste Konzert der Band zu erkundigen. Irgendwann musste sich die gute Gretna dann selbst von den Qualitäten der Jungs überzeugen – und war begeistert. Der Name durfte bleiben. Kyle Hauck (Drums), die Zwillinge Josh (Gesang) und Jake Kiszka (Gitarre) sowie deren Bruder Sam Kiszka (Bass) schienen einfach zu talentiert, um ihnen Steine in den Weg zu legen.

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Die frühen Jahre

In dieser ersten Besetzung entstanden zwei eigene Songs: „Cloud Train“ und „Standing On“. Bereits im Oktober 2013 verließ Drummer Kyle Hauck dann aber die Band und wurde durch Danny Wagner ersetzt. Mit ihm an den Sticks entstand die erste Live-EP („Greta Van Fleet: Live in Detroit“), die im Juni 2014 auf den Markt kam. Ein erstes Ausrufezeichen, durch das auch der Automobilhersteller Chevrolet auf die Gruppe aufmerksam wurde. Er nutzte den Song „Standing On“ daraufhin in seiner TV-Reklame für seinen Mittelklasse-SUV Equinox. Nachdem dann auch der US-Sender Showtime im Jahr 2016 einen Greta-Van-Fleet-Song für seine Erfolgsserie „Shameless“ benutzte („Highway Tune“ – kurz darauf die erste Single-Veröffentlichung), starteten die Jungs aus Michigan so langsam durch.

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Schon die erste echte Studio-EP „Black Smoke Rising“ (2017) erreichte direkt ein größeres Publikum. Viele waren überrascht, wie old school dieser Mix aus Hard Rock und Blues wirkte, den diese Teenager da kredenzten. Und klang Josh Kiszka nicht Led Zeppelins Robert Plant verblüffend ähnlich? Noch im Oktober des gleichen Jahres legten Greta Van Fleet mit der Doppel-EP „From The Fires“ nach. Zu den vier Song von „Black Smoke Rising“ gesellten sich hier vier neue Tracks. Die Eigenkompositionen „Edge Of The Darkness“ und „Talk On The Street“ standen hier neben zwei überaus gelungenen Cover-Versionen von „A Change Is Gonna Come“ (Sam Cooke) und „Meet On The Ledge“ (The Fairport Convention). Heute schon fast legendär: das Lagerfeuer-Artwork, das die Band als Referenz an ihre Camping-Kindheitserinnerungen wählte. Nostalgia all the way – und Platz 36 der US-amerikanischen Album-Charts. Danach ging es erstmal ausgiebig auf Tour.

Anthem Of The Peaceful Army

Anfang 2018 begann die Band dann mit den Arbeiten an ihrem Debütalbum „Anthem Of The Peaceful Army“, das noch im selben Jahr erscheinen sollte. Den ursprünglichen Plan, dabei auch auf alte Songs aus der prall gefüllten Schublade zurückzugreifen, schmiss die Band recht schnell über den Haufen. Stattdessen wurden neue Tracks geschrieben – und das in Rekordzeit. Nur zwei Wochen blieben den Jungs, ehe es ans Aufnehmen gehen sollte. Irgendwie haben sie es aber geschafft, rund 75 Prozent der Songs sind tatsächlich in dieser Zeitspanne entstanden. Dabei nutzten Greta Van Fleet die Möglichkeiten voll aus, die sich durch das Studio ergaben. Es wurde experimentiert. In „Watching Over“ etwa wurde der Sound einer Gitarre so verfremdet, dass sie sich wie eine Sitar anhört. Und auf „Anthem“ nutzten die Jungs zum ersten Mal eine Lap Steel Guitar. Größter Hit des Albums, das sich unter anderem auch mit ökologischen Fragen beschäftigte, war die Leadsingle „When The Curtain Falls“, die Greta Van Fleet in Jimmy Fallons „Tonight Show“ vorstellen durften. Am Ende gab es für den Greta-Erstling Platz drei der US-amerikanischen Billboard-Album-Charts, und sogar Platz eins in den Rock-Charts. Kann man mal so machen.

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Nach einer langen, ausgiebigen Tour meldeten sich Greta Van Fleet schließlich 2020 mit neuem Material zurück. Die Single „My Way, Soon“ sollte ein erster Hinweis auf das sich in Arbeit befindende, zweite Album der Band werden.

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DISCOGRAPHY

2017: Black Smoke Rising (EP)
2017: From the Fires (EP)
2018: Anthem Of The Peaceful Army

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