Die perfekte Kandidatin (foto: good! movies)

Die perfekte Kandidatin

Erscheinungsdatum
September 24, 2020
Verleih
good! movies
Unsere Wertung
7
7
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Pädagogisch wertvoll: In „Die perfekte Kandidatin“ mischt Regisseurin Haifaa al Mansour mit viel Feingefühl, Liebe und Humor Elemente aus Drama und Komödie und verrührt diese Zutaten zur Geschichte eine starken weiblichen Hauptfigur, die für die Öffnung der saudi-arabischen Gesellschaft kämpft.

Maryam (Mila Al Zahrani) ist eine Ärztin in einer kleinen Stadt in Saudi-Arabien. Trotz ihrer exzellenten Fähigkeiten muss sie sich jeden Tag aufs Neue den Respekt der Mitarbeiter und der Patienten erkämpfen. Wütend macht Maryam vor allem der Zustand der Straße vor der Klinik. Weil die Stadt die Zufahrt nicht asphaltiert, bleiben die Patienten regelmäßig im Schlamm stecken. Maryam will Veränderung und bewirbt sich um eine bessere Stelle in Dubai. Doch wegen einer Formalität und weil sie keine männliche Begleitung hat, lässt man sie nicht reisen.

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Maryam sucht Hilfe bei einem entfernten Cousin. Doch der Zufall will es, dass der als Beamter nur Kandidaten für die anberaumte Wahl des Stadtrats empfängt. Vor allem aus Trotz erklärt sich Maryam kurzerhand zur Kandidatin. Erst später wird ihr klar, welche Chance zwischen der bürokratischen Willkür lauert: als Stadträtin könnte sie die Asphaltierung der Klinik-Zufahrt selbst in die Hand nehmen. Maryam und ihre beiden Schwestern treten eine Kampagne los, die nicht zu übersehen ist. An jeder Ecke lauern Restriktionen für Frauen. Trotzdem wird Maryams Stimme lauter, ihre Auftritte mutiger, ihre Forderungen radikaler. Die junge Ärztin, die vom lang erkämpften Recht auf ein eigenes Auto wie selbstverständlich Gebrauch macht, besteht nun auch auf die Straße, auf der sie fahren kann.

Ein Zeichen der Hoffnung

Ebenso unterhaltsam wie ermutigend: Regisseurin Haifaa al Mansour („Das Mädchen Wadjda“) ist mit „Die perfekte Kandidatin“ ein filmisches, feministisches Ausrufezeichen gelungen. Ein sensibler, aber mutiger Film, der vor allem Frauen in der muslimischen Welt Hoffnung machen dürfte, zeigt er doch Mittel und Wege auf, verkrustete Strukturen aufzubrechen. Der Streifen wurde von Saudi-Arabien übrigens als Beitrag für die Oscarverleihung 2020 in der Kategorie „Bester Internationaler Film“ eingereicht, wurde letztlich aber leider nicht nominiert. Hauptdarstellerin Mila Al Zahrani dürfte sich mit ihrer überzeugenden Darbietung in die Notizzettel gespielt haben.

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