Die Ärzte - Debil (foto: sony music)

Die Ärzte – Debil

Erscheinungsdatum
September 13, 2019
Label
Sony Music
Unsere Wertung
9
9
Anspieltipps
Zu spät
Scheißtyp
Roter Minirock
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Zeitreise in die achtziger Jahre: Sony Music legt das Ärzte-Debüt „Debil“ aus dem Jahre 1984 neu auf – in Vinylform. Die Platte war lange indiziert, enthält aber diverse Klassiker aus dem umfangreichen Katalog der besten Band der Welt. Darunter der Evergreen „Zu spät“.

Alles begann in einer Diskothek. Genauer: dem Ballhaus Spandau. Hier lernten sich Dirk Felsenheimer (Bela B.) und Jan Vetter (Farin Urlaub) 1980 kennen. Der Rest ist Geschichte: Zunächst stieg Vetter in Felsenheimers Band Soilent Grün ein, ein Jahr später gründeten sie Die Ärzte, gemeinsam mit dem Bassisten Sahnie (Hans Runge). Im September 1982 spielte die Fun-Punk-Band ihr erstes Konzert im „Besetzereck“, einem besetzten Haus in Berlin SO 36.

Es dauerte aber noch bis 1984, ehe das erste Studioalbum „Debil“ erschien. Dabei dauerte die eigentliche Arbeit an der Platte gar nicht so lange. Innerhalb von nur acht Tagen hatten Die Ärzte die 13 Songs der LP im Studio eingespielt. Der Sound war laut, rau, frisch und unkonventionell. Die Texte? Spontan, lustig, auch mal derb und stellenweise „aus Versehen“ tiefsinnig. Und manchmal auch zu viel des Guten: Erst 2004 erkannte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (früher: Schriften) die satirische Dimension der Songs „Claudia han ’nen Schäferhund“, in der die gute Claudia amouröse Gefühle für ihr Haustier entwickelt, und „Schlaflied“, in dem ein Kind von einem Monster gemeuchelt wird, an. Seit 1987 stand das Ärzte-Debüt auf dem Index.

Ehe die Platte aber verboten wurde, gereichte sie den Ärzten im Jahr 1984 zum ersten Achtungserfolg. Denn das war schon alles unfassbar neu, unfassbar frech, was die Gruppe da anbot. Vor allem im Vergleich zu dem, was sich damals sonst so im deutschen Pop tummelte. Musikalisch war man damals durchaus kreativ, band geradezu parodistisch etwa Elemente aus Italowestern („El Cattivo“), Country („Micha“), Schlager („Kamelralley“) und Psychobilly („Scheisstyp“) in seinen Mix aus Punk, Rock und NDW („Paul“) mit ein. Macht auch heute noch Laune.

Glanzlicht des Albums ist aber sicherlich „Zu spät“, jene Musik gewordene, lustige Rachefantasie der Ärzte. „Doch eines Tages werd‘ ich mich rächen … Ich werd‘ die Herzen aller Mädchen brechen … Dann bin ich ein Star … Der in der Zeitung steht … Und dann tut es dir Leid … Doch dann ist es zu spät“ – das geht auch heute noch klar.

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