Bruce Dickinson - Accident of Birth (foto: BMG)

Bruce Dickinson – Accident of Birth

Erscheinungsdatum
Oktober 23, 2026
Label
BMG
Unsere Wertung
7

Die meisten mögen Bruce Dickinson als Frontmann von Iron Maiden kennen, doch der britische Musiker hat auch ein künstlerisches Leben abseits des Kosmos der Heavy-Metal-Institution. Sieben Solo-Alben hat der Gute veröffentlicht. Mit „Accident of Birth“ wird gerade sein viertes wieder auf den Markt gebracht. Unter anderem auf Vinyl.

Oft geht ein Austausch des Frontmanns schief, im Falle von Iron Maiden war der Wechsel von Paul Di’Anno ein erfolgreicher. Sicher, die ersten beiden Alben waren mindestens Achtungserfolge, zum weltweiten Phänomen stieg die Band aus London aber mit Dickinson am Mikro auf. Dessen Stimme war melodischer als das raue Organ seines Vorgängers und massenkompatibler. Von 1982 bis 1992 erreichte jede Iron-Maiden-Platte die Top drei in den britischen Charts. 

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Ab 1990 baute sich Dickinson eine Solokarriere auf. Erst war das Ganze als Nebenprojekt gedacht, 1993 stieg Dickinson aber bei Maiden aus und ging solo all in. Der Wunsch nach mehr kreativer Freiheit war damals einfach zu stark. Mit Skunkworks versuchte er gar – nicht wirklich erfolgreich – eine neue Kapelle zu etablieren. Sein neuer Kurzhaarschnitt heimste aber mehr Aufmerksamkeit ein als die Musik, die er mit eben dieser auf den Markt warf.

Alles wieder auf Anfang

„Accident of Birth“, 1997 erschienen, war dann schon so etwas wie ein Befreiungsschlag für Dickinson. Bei seinem Soloalbum Nummer vier handelte es sich um eine – aller Hürden zum Trotz – selbstbewussten Song-Sammlung. Mit den zwölf kraftvollen neuen Tracks kehrte Dickinson zu seinen Hardrock- und Metal-Wurzeln zurück, nachdem er bei Skunkworks auf einen eher experimentellen Sound gesetzt hatte.

Ko-produziert wurde das Album von dem aus L.A. stammenden Musiker Roy Z, der auch die meisten Songs mitgeschrieben hatte. Dazu griff Adrian Smith an der Gitarre in die Saiten – während sowohl er als auch Bruce eine Auszeit von Iron Maiden nahmen.

Der Albumtitel und das von Derek Riggs gestaltete Albumcover sind ein trotziges Statement über Bruce Dickinsons Widerstandskraft und Entschlossenheit und spielen darauf an, dass er aufgrund eines medizinischen Eingriffs, dem seine Mutter unterzogen wurde, eigentlich gar nicht hätte geboren werden sollen, aber allen Widrigkeiten zum Trotz überlebte und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums bereits mehr als nur einen bedeutenden Eindruck in der Welt hinterlassen hatte.

Die Glanzlichter

Das Album mag soundttechnisch eine Rolle rückwärts gewesen sein, dennoch ist „Accident of Birth“ wohl eines der wichtigsten Dickinson-Veröffentlichungen. Nicht nur, weil die Platte ein Erfolg war, sondern weil mit ihr und der Zusammenarbeit mit Adrian Smith auch Dicksonsons Rückkehr zu Iron Maiden der Weg geebnet wurde. 1999 kam es zur von den Fans ersehnten Wiedervereinigung.

Zu den großen Glanzlichtern von „Accident of Birth“ gehört sicherlich die herzzerreissende Power-Ballade „Man of Sorrows“. Dem gegenüber stehen härtere Nummern wie der fantastische Titelsong, „Road To Hell“ oder „The Magician“, die sich einem direkt in den Gehörgang fräsen. Songs wie „Taking The Queen“ oder „Omega“ sind der gelungene Brückenschlag zwischen den „softeren“ und „härteren“ Momenten der Platte.

Die Wiederveröffentlichung wurde vom Grammy-preisgekrönten Produzenten Brendan Duffey (der an Bruces jüngstem Soloalbum “The Mandrake Project” mitgearbeitet hat) sowohl in Stereo als auch in Dolby Atmos komplett neu abgemischt. Dadurch kommt die epische Bandbreite und Vielfalt der Songs noch stärker zur Geltung.

Anspieltipps
Taking the Queen
Road to Hell
Man of Sorrows
Accident of Birth
The Magician
Omega
7
Ein Klassiker der 1990er.
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