Bell Book Candle - Wie Wir Sind (foto: electrola/airforce1 records)

Bell Book & Candle – Wie Wir Sind

Erscheinungsdatum
März 16, 2018
Label
Airforce1
Unsere Wertung
5
Anspieltipps
Wie Wir Sind
Sieben Seen
Wartesaal
5
Bell Book & Candle sind im Schlager-Pop angekommen.
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Englisch war gestern: Auf ihrem neuen Album „Wie Wir Sind“ trällern Bell Book & Candle erstmals auf Deutsch.

Keine Frage: Wer in den neunziger Jahren aufgewachsen ist, kam um Bell Book & Candle nicht herum. Schuld daran war vor allem die Single „Rescue Me“, mit der die Berliner Band – bestehend aus Jana Groß sowie den Puhdys-Sprößlingen Hendrik Röder und Andy Birr – die Charts stürmte und aus den Rotationen der Radio- und Musiksender anschließend nicht mehr wegzudenken war. Die Band durfte im Vorprogramm von Whitney Houston und Roxette spielen, Sheryl Crow steuerte sogar mal einen Track zu einem BBC-Album bei, kurzum: Ende der neunziger Jahr war die Band obenauf.

Richtig weg war die Band zwar nie, der Bedeutungsverlust in den nuller Jahren aber enorm. Viele Alben der Kapelle im neuen Jahrtausend erschienen ohne eine Plattenfirma im Rücken. Das ist bei „Wir Wir Sind“ nun anders. Universal hat die Band unter Vertrag genommen, und damit gehen auch einige Veränderungen einher. So singt die Band beispielsweise nun auf Deutsch, und hat ganz klar den Massenmarkt ins Visier genommen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist prinzipiell natürlich nicht schlimm, aber eben auch gefährlich: Ein schlechter Text fällt dann eben viel mehr auf.

In die Schlager-Falle getappt

Auch Bell Book und Candle tappen auf „Wie Wir Sind“ leider ein ums andere Mal in die Schlager-Falle. Zumindest textlich. Musikalisch bewegt sich das Album gerade noch im Pop-Bereich, alles kommt aber ziemlich glatt poliert daher. Exemplarisch: der Song „Liebeslied“. Thorsten Brötzmann, der als Produzent für Helene Fischer und Unheilig gearbeitet hat, hatte hier hörbar seine Finger im Spiel. Textlich ziemlich platt, aber eingängig. Wirklich besser wird es auf dem Album nicht. Im Gegenteil. Der Tiefpunkt ist dabei sicherlich das viel zu süßlich geratene Cover des Rio-Reiser-Klassikers „Junimond“.

Mit der guten alten „Rescue Me“-Zeit hat das leider nicht mehr viel zu tun. Schade.

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