Annie Lennox – Diva

Annie Lennox - Diva (foto: sony music)

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Der März beginnt gut: Die legendäre Annie Lennox hat ihr nicht minder legendäres Soul-Pop-Album “Diva” auf Vinyl wiederveröffentlicht. Die Platte erschien soeben bei Sony Music.

Rückblende: Knapp zehn Jahre lang rannte Annie Lennox mit ihrem kongenialen Partner Dave Stewart, mit dem sie zwischenzeitlich auch eine Liebesbeziehung verband, von Erfolg zu Erfolg. Unter dem Namen Eurythmics schenkten die beiden der Welt so manche Synthie-Pop-Perle, darunter beispielsweise das grandiose “Sweet Dreams (Are Made Of This)”. Ende der achtziger Jahre aber drifteten Lennox und Stewart immer weiter auseinander. Lennox, mit ihrem androgynen Erscheinungsbild immer der Star des Duos, hatte 1990 dann auch offiziell keine Lust mehr, und wollte sich lieber der Familiengründung statt der Musik widmen. Tat sie dann auch. Nach einer Fehlgeburt im Jahr 1988 wurde ihr im Jahr 1990 mit Lola ihre erste Tochter geschenkt.

Als sie zwei Jahre später aus der Babypause zurückkehrte, tat sie das – etwas überraschend – nicht wieder als Teil der auf Eis gelegten Eurythmics, sondern solo. Mit David Bowie sang sie im April 1992 beim legendären Freddie Mercury Tribute Concert die Queen-Nummer “Under Pressure” – eine grandiose Performance, die auch ihrem gerade veröffentlichten Debüt-Soloalbum “Diva” viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, an dem sie zuvor ein knappes Jahr lang mit Stephen Lipson gestrickt hatte. Lennox ließ es sich hier nicht nehmen, den Löwenanteil der Songs selbst zu schreiben: Acht von zehn Tracks stammen komplett aus ihrer Feder, bei den anderen wird sie als Co-Autorin geführt.

Und so trat Lennox mit “Diva” nicht nur den Beweis an, eine großartige Performerin und Sängerin zu sein, was man ja schon vorher wusste, sondern das in ihr auch eine grandiose Songwriterin steckte. Schnell wurde hier klar, dass die Gute keineswegs auf die Kreativität ihres früheren Eurythmics-Partners angewiesen war, um großartige Arbeit abzuliefern. Das elf Tracks umfassende “Diva” schenkte der Welt gleich mehrere zeitlose Singles: die Trennungsballade “Why” mit ihrem wunderbaren Refrain etwa – ein Instant Classic. Das ungeheuer dynamische “Walking On Broken Glass”, mit seinen überraschenden Motown-Anleihen. Oder das die Freiheit feiernde “Little Bird”, eine direkt ins Ohr gehende Pop-Nummer. Stark sind aber auch die in der öffentlichen Wahrnehmung eher vernachlässigten Tracks wie das düstere, von einem Piano getragene “Cold” und das bittere “Legend In My Living Room”, in dem sich Lennox mit den falschen Versprechungen des Ruhms auseinandersetzt. Auch “Precious” weiß zu überzeugen.

Nicht nur bei Kritikern kam das Album gut an:  In Großbritannien wurde der Longplayer für mehr als 1, 2 Millionen verkaufter Alben mit Vierfach-Platin ausgezeichnet und debütierte auf Nummer eins der UK-Album-Charts. Auch in zehn weiteren Ländern gelang der Platte der Sprung auf Platz eins der Alben-Charts. Annies Manifest ihrer künstlerischen Unabhängigkeit war auch ein kommerzieller Erfolg – und das vollkommen zu Recht.

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Fazit: Starkes Solo-Debüt.

Anspieltipps: Why, Walking On Broken Glass, Little Bird, Cold, Legend In My Living Room, Precious

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