ABBA - Voyage (foto: universal music)

ABBA – Voyage

Erscheinungsdatum
November 5, 2021
Label
Universal Music
Unsere Wertung
5
Anspieltipps
I Still Have Faith In You
Don't Shut Me Down
5
Ohne Ambitionen.
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Eine der legendärsten Popgruppen der Geschichte ist offiziell zurück. ABBA haben ihr neues Album „Voyage“ vorgelegt. Es ist der erste Longplayer der Band seit der 1981er Platte „The Visitors“.

Es schien ein Abschied für immer zu sein. Zwar nannten es ABBA – Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad – offiziell eine „Pause“, als sie Ende 1982 einen Schlussstrich unter ihre illustre Karriere zogen, die 1972 in Stockholm begonnen hatte. Dann dauerte die Pause aber vier Jahrzehnte. Und selbst unanständig hohe Reunion-Angebote, ließen die Gruppe nie eine Pause von der „Pause“ machen. Selbst zu einer Teilnahme am 1985er Charity-Großereignis „Live Aid“ konnte die Gruppe nicht überredet werden. Erst 2016 trat das Quartett auf einer privaten Party mal wieder gemeinsam auf. Seither brodelte die Gerüchteküche. Würden ABBA tatsächlich ein Comeback wagen? Würde es nochmal neue Musik geben? Nach knapp 400 Millionen verkaufter Alben und 17 Nummer-Eins-Hits?

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Sollte es. Im August hatten sie es angeteast, Anfang September hatten ABBA dann erste Details über ein neuntes Studioalbum Details vorgelegt. „Voyage“ sollte es heißen. Neben der neuen Platte kündigte die Band auch ein innovatives Konzerterlebnis an, bei dem digitale Avatare von ABBA ab dem 27. Mai 2022 in der eigens dafür entworfenen „ABBA Arena“ im Queen Elizabeth Olympic Park von London zu sehen sein werden. Unterstützung bekommen sie dabei von einer zehnköpfigen Live-Band. Schon mit der Ankündigung des neuen Albums stellten ABBA einen neuen Preorder-Rekord auf, als allein in Großbritannien binnen drei Tagen mehr als 80.000 Albumvorbestellungen registriert wurden. Auch das dazugehörige Live-Spektakel verzeichnete binnen der ersten 72 Stunden mehr als eine Viertelmillion verkaufte Tickets. Die Euphorie: riesig.

So entstand das neue Album

So innovativ die Idee für das kommende Konzertereignis auch ist, so traditionell war doch die Herangehensweise an die neue Platte. Wie immer wurde das ABBA-Machwerk von Benny Andersson und Björn Ulvaeus geschrieben und produziert. Über den Arrangements der beiden Songwriter sind wie zuvor die unverwechselbaren und ikonischen Stimmen von Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad zu hören. Während die Texte von Benny und Björn stammen, zeichnete Benny auch in Sachen Mixing und Programmieren für den Großteil der LP verantwortlich. Die Orchesterpassagen steuerte das Stockholm Concert Orchestra bei.

Die Arbeit an „Voyage“ fand in Bennys eigenem Riksmixningsverket-Studio in Stockholm statt, wo die vier ABBA-Mitglieder die insgesamt zehn neuen Titel im Verlauf der letzten vier Jahre aufnehmen sollten. Die zeitgleich veröffentlichten ersten Singles – das bittersüße „I Still Have Faith In You“ mit seiner starken Hook und die melancholische Pop-Funk-Nummer „Don’t Shut Me Down“ (“A while ago, I heard the sound of children’s laughter/Now it’s quiet, so I guess they left the park”) – waren auch die ersten Titel, die aus diesen Sessions hervorgehen sollten.

So klingt die Platte

Die beiden Tracks deuteten es schon an: ABBA klingen immer noch wie ABBA. „Voyage“ ist eine einzige Zeitreise, ein Nostalgie-Trip in die Vergangenheit, die Platte klingt beinahe als hätte es die 40 Jahre zwischen „The Visitors“ und der neuen Platte nicht gegeben. Das ist gleichermaßen nachvollziehbar wie enttäuschend. Zumal die vorab veröffentlichten Teaser-Tracks bei weitem auch die stärksten Songs sind und die restlichen acht kaum über Filler-Niveau hinauskommen. Der Mix aus Glam-Boogie, Scandinavian Disco und opulentem Pop wirkt zahnlos, viele Lyrics erschreckend out of touch („I Can Be That Woman“, „When You Danced With Me“) und/oder schmerzhaft kitschig „Little Things“). Es sind vor allem die gut gereiften Stimmen von Agnetha und Anni-Frid, die das Ganze tragen.

Kurzum: Für ein Comeback, das so lange „in the making“ war, ist das Ganze erstaunlich unambitioniert. Als hätte man einfach eben schnell etwas zusammengeschustert, um die kommenden Live-Shows zu bewerben, bei denen die Band ja nicht einmal selbst zugegen sein wird. Als wollte man noch mal absahnen, um dann das Rentnerdasein zu genießen. Denn: Zu verlieren hatte man ja nichts. Benny Andersson brachte es in der „New York Times“ da auf den Punkt: „Was haben wir zu beweisen? Sie werden nächstes Jahr immer noch ‚Dancing Queen‘ spielen.“

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