Puder (foto: annemone taake)

My Soundtrack: Puder

Catharina Boutari ist eine Frau mit vielen Talenten. Eine echte Macherin. Sie ist Songschreiberin, Sängerin, Gitarristin, und Opernregisseurin. Sie betreibt mit Pussy Empire Recordings ihr eigenes Plattenlabel und arbeitet als Moderatorin. Sie lädt Theaterinszenierungen mit Musik auf und schreibt für Bonedo musikalische Fachartikel. Mit der Reihe „Session Tapes“ erkundet sie seit 2017 musikalisch ungewohntes Terrain – gerade sind „Die Session Tapes 3 – Geschichten vom Ende der Welt“ erschienen. Uns stand die Gute nun für unsere „My Soundtrack“-Reihe Rede und Antwort.


1. Birdland | Patti Smith


Für immer verändert hat mich die erste Zeile des ersten Songs „Gloria“ von Patti Smiths Debüt-Album „Horses“.

JESUS DIED FOR SOMEBODIES SINS BUT NOT MINE.

Ich war schockverliebt. Das Cover der LP lag in meinem Proberaum. Ältere MusikerInnen hatten es dort liegen lassen. Patti Smith war längst in Kreativpause und ich ein neugieriger, musikhungriger Teenager. Ab da habe ich alle ihre Alben jeden Nachmittag angehört. Als ich „Birdland“ zum ersten mal hörte, bekam ich eine Idee davon, wie es ist, Geschichten auf Musik zu erzählen. 


2. Strange Fruit | Billie Holiday


Ich hatte von Billie Holiday, ihrem übermenschlichen Ruf und ihrer sonderbaren Stimme gelesen und mir eine Sendung im Radio herausgesucht, um sie zu hören (ich befand mich noch in der Pre-Internet-Ära). Der Moderator kündigte sie liebevoll an und beschrieb sein Gefühl der Enttäuschung, als er sie zum ersten Mal hörte. Und sein Gefühl der gleichzeitigen Faszination, sie trotz der Enttäuschung immer wieder hören zu wollen. Ganz genau so ging es mir, als ich sie dann singen hörte.


3. Ball & Chain | Janis Joplin


Ich habe die gesamte Improvisation des Mittelteils dieses Songs, der eigentlich ein Cover von Big Mama Thornton ist, auswendig gelernt. All die unzähligen „Yeah’s“ und „Baby-Baby“s. Ich wollte unbedingt jede kleinste Phrase genau so wie Janis Joplin können, um dem Geheimnis ihres Gesangs näher zu kommen.


4. I never loved a man | Aretha Franklin


Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee kam, mir die „Greatest Hits“ von Aretha Franklin zu kaufen, aber als ich „I Never Loved A Man“ zum ersten Mal hörte, war es um mich geschehen. Diese Stimme und ihre Art Musik zu erzählen und zu predigen, berührte mich zutiefst.


5. Alright | Kendrick Lamar


Ich hab eine „Spiegel Online“-Kritik zu seinem Album „To Pimp A Butterfly“ gelesen, mir das Video zu „Alright“ angesehen und die anderen zwei Beispielsong-Snippets angehört. Ich war hungrig nach neuer Musik, total geflasht und fast schockiert von so viel musikalischem Mut. Free Jazz mit Rap zu mischen, überall sonst noch zu klauen und darauf zu sprechen wie die großen schwarzen „Black Poetry“-KünstlerInnen. WOW!!!! Kendrick Lamar hat mir die Tür geöffnet, meine Rockschublade zu verlassen und mit  meiner Reihe „Die Session Tapes“ musikalisch mutig zu sein. Was er kann, kann ich auch. :-))

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