Leon Bridges - Gold-Diggers Sound (foto: columbia records/sony music)

Leon Bridges – Gold-Diggers Sound

Erscheinungsdatum
Juli 23, 2021
Label
Columbia Records
Unsere Wertung
8
Anspieltipps
Born Again
Why Don't You Touch Me
Sho Nuff
Sweeter
8
Gelungenes Experiment.
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Es ist ein Wagnis, das Leon Bridges für sein neues, drittes Studioalbum eingeht. Auf „Gold-Diggers Sound“ lässt er den Vintage-Soul-Sound, für den er so bekannt ist, hinter sich – und liefert überraschend modernen R&B ab. Mutig – aber das Projekt ist, nun ja, fast pures Gold.

Nein, eine Schnapsidee ist „Gold-Diggers Sound“ tatsächlich nicht. Auch wenn der Gedanke nahe liegt, verbirgt sich hinter der Bezeichnung doch ein wahrhaftiger Ort. Ein Studio, eine Bar im Flüsterkneipen-Stil und ein Hotel in einem unscheinbaren Block in East Hollywood, Los Angeles, Kalifornien. Hier hat Leon Bridges das Album aufgenommen, unterstützt von seinen Kumpels Terrace Martin und Ricky Reed. Der Legende nach begann alles in der Woche der Grammy-Verleihung 2019, als Leon und sein Freund DJ Sober die glitzernden Veranstaltungen auf dem roten Teppich übersprangen, um im Gold-Diggers eine R&B-Tanzparty auf die Beine zu stellen. Leon, so informiert das Label, sei sofort begeistert von der Location gewesen. Die nächsten zwei Jahre habe er dort damit verbracht, zu schreiben, zu jammen und aufzunehmen. Künstler seien vorbeigekommen und spielten die ganze Nacht. Leon erkannte, dass er fast nebenbei den Sound schuf, den er für sein drittes Album haben wollte. „Ich ging fast nie weg. Wir haben Tequila getrunken und uns um 10 Uhr morgens hingelegt und sind um 10 Uhr abends aufgestanden und haben Kaffee getrunken.“

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Anekdoten aus Leons Leben

Inhaltlich ist das üppig instrumentierte „Gold-Diggers Sound“ eine Sammlung von Erzählungen aus Leon Bridges‘ Leben. Die thematische Palette ist entsprechend groß. So ist „Sho Nuff“, eine Reminiszenz an den Houston-Sound, eine eher sinnliche Nummer, in der es schlicht darum geht, Spaß miteinander zu haben, während „Sweeter“ für Leons Verhältnisse fast schon ungewöhnlich politisch und von den Polizeimorden an Schwarzen inspiriert ist. Das Video dazu hatte Bridges bereits im vergangenen Juni veröffentlicht, nachdem ihn der Mord an George Floyd emotional unheimlich mitnahm. „Einige meiner Lieblingssongs in der Geschichte, wie ‚A Change Is Gonna Come‘ und ‚Blowin‘ in the Wind‘, sind alle aus der Perspektive des Hörers und nicht belehrend“, erklärt er. „Ich wollte den Zuhörer in die Lage des Opfers versetzen.“

Es sind nicht die einzigen Highlights einer an Glanzlichtern nicht armen Tracklist. Auch „Why Don’t You Touch Me“, eine Art Dialog zweier frustrierten Liebenden, gehört sicherlich dazu, ebenso wie „Steam“, das einen direkt auf den Dancefloor zieht. Mit dem introspektiven „Born Again“ – hier wird Bridges von dem Pianisten Robert Glasper begleitet – hat das Album auch einen echten Pandemie-Song zu bieten. Spannend sind hier die leichten Afrobeat-Elemente.

Gelungenes Experiment

Der neue, modernere Sound steht Leon Bridges, sonst fast als Sam-Cooke-Update wahrgenommen, sehr gut zu Gesicht. Zumal Bridges nichts von seiner Smoothness, nichts von dem, was ihn auszeichnet, verliert. Und dass der Mann durchaus experimentierfreudig ist, hat er ja in den vergangenen Jahren immer mal wieder unter Beweis gestellt. Die Aufnahme der „Texas Sun“-EP mit Khruangbin, das Duett mit Kacey Musgraves, die Zusammenarbeit mit Diplo, Luke Combs, Odesza, Lucky Daye und John Mayer sowie der Beitrag zu The Avalanches‘ eindringlichem „We Will Always Love You“ deuteten schon daraufhin, dass sich Bridges musikalisch nicht mehr festlegen lassen, sondern seinen Horizont erweitern wollte.

„Ich liebe es, unberechenbar zu sein. Das macht mich high“, sagt Bridges. „R&B und Soul sind keine linearen Dinge; sie haben unterschiedliche Ausgänge. Ich möchte, dass meine Fans die Richtung, in die ich gehe, annehmen. Meine Musik wird sich weiterentwickeln, aber sie wird immer bedeutungsvoll und gefühlvoll bleiben.“ Und immer zeitlos.

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