Hi! Spencer - Memori (foto: uncle m music)

Hi! Spencer – Memori (EP)

Erscheinungsdatum
April 8, 2022
Label
Uncle M Music
Unsere Wertung
7

Straight outta Osnabrück: Die Indie-Punk-Rock-Kapelle Hi! Spencer hat mit „Memori“ gerade eine neue, ziemlich bunte EP vorgelegt. Die sechs neuen Songs drehen sich vor allem ums Thema Selbstfindung – und Hi! Spencer begeben sich auf der Suche danach sogar auf Reise zurück in die eigene Kindheit.

 Es sind Fragen, die sich jeder schon einmal gestellt hat. Wer bin ich? Wer sind wir? Fragen, auf die sich manchmal gar nicht so leicht Antworten finden lassen. Auch die Jungs von Hi! Spencer haben sich mit ihnen auseinandergesetzt. Schon aus beruflichen Gründen. Denn auch in der Musik gibt es diese Schubladen, in die man der besseren Vermarktung wegen möglichst eindeutig passen soll: Pop, Rock, Punk oder Indie? Hi! Spencer hängen seit Jahren irgendwo dazwischen. Und sind damit vollkommen im Reinen. Das spiegelt auch die neue EP „memori“ ganz gut. Erinnerung und Selbstfindung sind dabei die zentralen Sujets. Der Titel „memori” ist ein Kunstwort, der genau diese beiden Themen auf den Punkt bringt.

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„So schön allein“, ein Duett mit Nicholas Müller (Jupiter Jones), ist dabei der wichtigste Song der EP. „Irgendwann vor Jahren hatt‘ ich mich verloren (…) Heute bin ich mir so nah wie ich vorher nie war“, heißt es darin. Die Lyrics sind dabei von einem realen, persönlichen Background inspiriert. Im Februar 2020 outete sich Sänger Sven Bensmann im privaten Kreis als homosexuell. Nach eigenem Empfinden reichlich spät, wie er in einem Gastbeitrag im queeren Podcast Busenfreundin, mit Ricarda Hofmann, im Winter 2021 erstmals auch öffentlich berichtet. Im selben Jahr nimmt Sven 40 Kilo Körpergewicht ab. Neben Sport und einer gesünderen Ernährung gibt Sven als Auslöser dafür an, dass sich in Folge seines Outings bei ihm ein vorher nie da gewesener Self-Care Gedanke eingestellt hat.

„Mehr Selbstliebe wünschenswert“

„In ,So schön allein‘ geht es um Selbstfindung und die Dinge, die es sich lohnt dafür zu überwinden“, erzählt Bensmann und fügt hinzu: „Für jeden und jede ist das etwas anderes., das wir überwinden müssen. Bei mir war es mein lang heraus gezögertes Outing. Wünschenswert ist ein wenig mehr Selbstliebe für alle da draußen.“ Grund für sein spätes Outing seien mehrere Umstände gewesen. „Vor allen Dingen fehlte mir beim Aufwachsen auf dem Land oft ein Bezugspunkt, ein Vorbild, das mir suggeriert hätte, schwul zu sein ist ok und passt sogar in den Ort, den ich mitsamt meinen Menschen liebe und in dem ich gerne bleiben möchte“. 

Vor diesem Hintergrund ist „Memori“ die bislang positivste, lebensbejahende und ja, poppigste Platte von Hi! Spencer. Und „So schön allein“ der stärkste, aber nicht der einzig hörenswerte Song darauf. Auch der Opener „Fotopapier“ bleibt haften, der mit der Illusion so mancher vermeintlicher Familienidylle aufräumt. Oder das melancholische, dennoch treibende „Club 27“, in dem Bensmann seinen düsteren Gedanken mal eben freien Lauf lässt. Zum Glück fängt er sie schnell wieder ein …

Anspieltipps
So schön allein
Fotopapier
Club 27
7
Macht Laune.
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