Alejandro Escovedo - Echo Dancing (foto: Yep Roc Records)

Alejandro Escovedo – Echo Dancing

Erscheinungsdatum
März 29, 2024
Label
Yep Roc Records
Unsere Wertung
7

Sechs Jahre nach seinem bis dato letzten regulären Album kehrt der US-amerikanische Singer-Songwriter Alejandro Escovedo mit einer neuen Platte zurück. Auf „Echo Dancing“ haucht der mittlerweile 73-Jährige seinen alten Songs neues Leben ein. Indem er sie zum Teil komplett neu erfindet. Meistens gelingt das.

Alejandro Escovedo hat in seiner langen Karriere schon so Einiges erlebt. Der gute Mann war Punk-Rocker und Alternative-Rocker, hat sich auch im Cowpunk, Chicano Rock und Alternative-Country versucht, hat die Sex Pistols bei ihrer letzten Show supportet und war in allem, was er tat, irgendwie auch ein Pionier oder Wegbereiter.

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Zu seinem 73. Geburtstag hat sich der Musiker nun ein besonderes Projekt vorgenommen. Er hat eine Auswahl seiner wichtigsten Songs neu erfunden und aufgenommen, an verschiedensten Orten, sich dabei Inspiration bei Kollegen wie Brian Eno, Judy Nylon und Suicide geholt.

„Ich plante diese Platte, kurz bevor ich in ein Flugzeug nach Italien stieg, um mit [den Koproduzenten] Don Antonio und Nicola Peruch aufzunehmen“, sagt Escovedo über das Projekt. „Meine ursprüngliche Idee war es, ein Album mit neuem Material aufzunehmen. Aber dann habe ich es mir anders überlegt und dachte, dass es interessanter wäre, Songs aus meinen verschiedenen Alben wieder aufzugreifen. Ich habe immer das Gefühl, dass ein gut geschriebener Song eine Menge Missbrauch aushalten kann. Wenn man einen vergangenen Song auf den Kopf stellt, entdeckt man neue Ideen, die man vielleicht nicht verstanden hat. Die Songs scheinen nie vollständig zu sein. Sie entwickeln sich ständig weiter.“

Von wegen alter Wein …

Escovedo greift auf „Echo Dancing“ auf Raritäten seiner Austin-Gruppen Buick MacKane und The True Believers aus den 80er Jahren zurück, auf Solowerke, für die er in den 90er Jahren vom Magazin „No Depression“ zum Künstler des Jahrzehnts gekürt wurde, und auf neuere Arbeiten wie das filmische Grenz-Epos „The Crossing“ von 2018. Auf diesem letzten Album nahm Escovedo die Bigotterie und Fremdenfeindlichkeit ins Visier, die zu jener Zeit in Washington herrschte.

Alter Wein in neuen Schläuchen also?

Damit würde man „Echo Dancing“ unter Wert verkaufen. Denn Escovedo ist das Projekt durchaus ambitioniert, teils radikal angegangen. Er hat sich nicht gescheut, an die einzelnen Tracks (insgesamt sind es 14) wirklich Hand anzulegen und sie auf links zu drehen. Die Neueinspielung von „Too Many Tears“ etwa kommt in seinem neuen Industrial-Gewand deutlich härter daher als im von Tony Visconti produzierten Original. Gefällt. „Castanets“ wurde in „Castañuelas“ umbenannt und nun auf Spanisch vorgetragen. Nun ja, es muss ja auch nicht alles gelingen. Für derlei Fehlversuche entschädigen jene Songs, die durch die Neubearbeitung gewinnen. „Sensitive Boys“ etwa, jetzt eine wunderschöne Piano-Ballade.

Das Glanzlicht aber: die Neuinterpretation von „Bury Me“, ein Song, den Escovedo in den frühen 90ern schrieb und in dem er darüber nachdachte, was passieren würde, wenn er „sterben würde, bevor er 43 wird“ …

Anspieltipps
Bury Me
Too Many Tears
Sensitive Boys
7
Größtenteils gelungen.
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