My Soundtrack: Jono McCleery

Jono McCleery (foto: m. nagel)
Jono McCleery (foto: m. nagel)

„Pagodes“ heißt das aktuelle Album des britischen Singer-Songwriters Jono McCleery, der mich immer irgendwie an Jeff Buckley erinnert. Warum er seinen neuen Longplayer so genannt hat, welcher Musiker ihn als Teenager musikalisch-emotional schwer mitnahm und welchen Song aus „City of God“ er immer töfte fand, das erzählt uns McCleery, der übrigens taub geboren und erst seit seinem fünften Lebensjahr hören kann, in unserer neuen „My Soundtrack“-Episode. McCleery kommt übrigens im März auf Deutschland-Tour (Termine am Fuß des Artikels).

 

1 Nick Drake – Riverman (1969)

„Riverman“ feels to me as though it was written by someone who was over a 1000 years old, imparting his wisdom through his pure voice. This song had a profound effect on me when I was teenager, I ached and grieved for him when I discovered his music and his story, but now I’ve learnt just to find his work beautiful and inspiring. After 15 years of listening, it’s mystery never ceases to astound me.

„Riverman“ fühlt sich für mich so an, als sei der Song von jemandem geschrieben worden, der älter als 1000 Jahre ist, und seine Weisheit rein mithilfe seiner Stimme teilt. Dieser Song hatte einen echten Eindruck bei mir als Teenager hinterlassen, ich fühlte Nick Drakes Schmerz und trauerte um ihn,  als ich seine Musik und Geschichte entdeckte. Ich habe heute gelernt, seine Musik jetzt einfach schön und inspirierend zu finden. Auch jetzt, nachdem ich den Song 15 Jahre lang hören, packt mich seine Mystik immer noch.

 

2. Robert Petway – Catfish Blues (1941)

His performance embodies such a powerful groove and intention which lays the foundation for his message and soul to carry: a style way ahead of it’s time. If I need to hear blues I go to this song. It reminds me to keep things simple, and project from a true place.

Seine Performance hat einen solch kraftvollen Groove und eine Intention, die die Grundlage für seine Message, seine Seele legt: Sein Stil war seiner Zeit voraus. Wenn ich Blues hören möchte, dann wähle ich diesen Song. Er erinnert mich daran, die Dinge einfach zu halten, sie von einem wahren Ort kommen zu lassen.

 

3. John Coltrane and Duke Ellington – In a Sentimental Mood (1962)

In this stripped back version, Duke Ellington’s piano sounds like a sample to begin with, and together they show tremendous restraint. It’s like a masterclass of musicianship, never allowing ego to overshadow the essence of the piece.

In dieser reduzierten Version klingt Duke Ellingtons Piano zunächst wie ein Sample. Auch zusammen üben sie sich in fantastischer Zurückhaltung. Es ist die Meisterklasse musikalischen Könnens. Das Ego überschattet hier niemals die Essenz des Stücks.

 

4. Cartola – Preciso Me Encontrar (1976)

When I first watched „City of God“ I couldn’t stop thinking about this song, and how well the music matched the scene. I’m so grateful that the film led me to finding out about Cartola – an influential figure in Brazilian Samba music.

Als ich das erste Mal „City of God“ sah, musste ich immerzu an diesen Song denken und wie gut er zu dieser Szene passte. Ich bin sehr dankbar, dass ich durch diesen Film Cartola für mich entdeckte – eine einflussreiche Figur der brasilianischen Samba-Musik.

 

5. Debussy – Pagodes (1954)

I love Albert Ferber’s interpretation of this piece. He doesn’t play like he’s reading it, but like it belongs to him. Discovering this song is what made me want to name my album after it. It allows me to imagine.

Ich liebe Albert Ferbers Interpretation dieses Stücks. Er spielt nicht, als würde er es ablesen, sondern als würde es ihm gehören. Diesen Song zu entdecken, inspirierte mich dazu, mein Album nach ihm zu benennen. Er stärkt meine Vorstellungskraft.

 

Tour-Termine

12.03.2016 – King Georg (Köln)
13.03.2016 – Haldern Pop Bar (Haldern)
15.03.2016 – Kleiner Donner (Hamburg)
17.03.2016 – Grüner Salon (Berlin)
18.03.2016 – Franz Mehlhose (Erfurt)
19.03.2016 – Bedroomdisco (Darmstadt)
20.03.2016 – FZW (Dortmund)