Ein ungewöhnliches Vorhaben: Der US-Amerikaner Joseph Arthur hat in diesem Jahr ein eigenwilliges Albumprojekt auf den Weg gebracht. Ein Triple-Album. „You’re Not A Ghost Anymore“ heißt das gute Stück. Die Teile „Faith“, „Heart“ und „Fight“ kommen dabei sowohl einzeln als auch als Triple auf den Markt.
Joseph Arthur, Jahrgang 1971, kann auf eine außergewöhnliche Karriere zurückblicken. Seit 1990 macht der Musiker aus Akron, Ohio, nun schon Musik. 1997 wurde der große Peter Gabriel auf den Singer-Songwriter aufmerksam, der ihn als ersten Nordamerikaner überhaupt für sein Label Real World unter Vertrag nahm. Auf diesem erschienen auch die ersten beiden Arthur-Alben „Big City Secrets“ (1997) und „Come To Where I’m From“ (2000), eher Arthur sich wieder im Independent-Bereich bewegte. Mittlerweile hat Arthur, der 2006 sein eigenes Label gründete, fast 17 Alben veröffentlicht. Und weil ihm das immer noch nicht genug ist, ist er Teil der Bands Fistful of Mercy und RNDM, außerdem auch als Dichter, Maler und Designer tätig.
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In diesem Jahr hat der ehrgeizige und umtriebige Künstler ein Mammut-Projekt auf den Weg gebracht. Arthur hat sich vorgenommen, 36 Songs zu veröffentlichen, als Teil des Albums „You’re Not a Ghost Anymore“, das sich in drei Sektionen aufteilen lässt. „Faith“, „Heart“, and „Fight“. Sein Ziel: eine Geschichte des Überlebens zu erzählen, des eigentlichen, aber auch des künstlerischen.
Das Ganze unter dem Eindruck einer schwierigen Zeit. Gerade in der Corona-Zeit hat der Musiker durchaus für eine Kontroverse gesorgt, hat er sich doch gegen die Impfung ausgesprochen. Allerdings nicht, weil er prinzipiell ein Impfgegner ist, sondern weil er fürchtete, dass die spezielle Covid-Impfung überhastet auf den Markt gebracht worden sein könnte. Für Grautöne war damals aber in der öffentlichen Debatte kaum Raum. Ein gemeinsames Album mit Peter Buck erschien erstmal nicht.
Eine Ode ans Überleben
Im ersten Kapitel „Faith“ drehte sich alles um den Glauben. Weil der das einzige ist, das man hat, wenn man am Boden liegt, einsam und verlassen, ohne Freunde und Familie. Entsprechend werden hier viele biblische Motive verwendet (etwa: „Hey Satan“, „Hie Died“, „In the Shadow of the Cross“, „Holy Spirit“). Arthur will den Glauben aber nicht als Weltanschauung verstanden wissen, die es zu verkünden gilt. Auch nicht als Doktrin. „Sondern als die einzige Tür, die noch offen steht. Als die Wege jenseits der physischen Welt, auf denen die Sanftmütigen gezwungen sind, ihre Erneuerung zu finden.“ Musikalisch verbindet Arthur hier Indie-Folk mit Southern Gospel, ein bisschen Prog und auch Pink-Floyd-Anleihen.
Durch den Glauben, so findet Arthur, wird irgendwann das eigene Herz „geweckt“. Spürbar. Für den Musiker setzte dieser Moment ein, als seine Tochter geboren wurde. Die Songs „Grateful“ und „Simple Light“ sind direkt ihr gewidmet. Zwei Glanzlichter der Platte, keine Frage. „Sie handeln von einer Liebe, die sich in den Dienst eines anderen stellt. Einer Liebe, bei der dem Ego keine andere Wahl bleibt, als zurückzutreten und das Beste zu geben, was man hat – im Wissen, dass es niemals genug sein wird“, so Arthur. Musikalisch geht es hier etwas minimalistischer, etwas zurückhaltender zu. Arthur ist hier oft nah an der klassischen Singer-Songwriter-Mucke.
Drei Teile, drei Stile
Mit „Fight“ setzten Arthur dem Überleben dann nochmal plakativer ein Denkmal. Songs wie „Endurance“, „The Contenders“, und „Signs of Age“ erzählen genau davon. Vom Weitermachen. Und davon, sich bei diesem Kampf Unterstützung von ganz oben zu sichern.
Im April erschien „FAITH“. Jetzt sind sowohl „HEART“ als auch das Triple Vinyl (FAITH/HEART/FIGHT), auf den Markt gekommen, bevor dann im Dezember der dritte und letzte Teil „FIGHT“ erscheint, der noch einmal Varianten einiger Songs der auf Vinyl enthaltenen Songs bereitstellt und experimenteller als die Vorgänger-Parts daherkommt.
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