Glenn Frey – Above The Clouds: The Very Best Of

Glenn Frey - Above The Clouds (foto: universal music)

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In diesem Jahr wäre der 2016 verstorbene Glenn Frey 70 Jahre alt geworden. Ein Umstand, den Universal Music mit einer umfassenden Karriere-Retrospektive feiert. “Above The Clouds: The Very Best Of Glenn Frey” erscheint in einer 1CD- und einer 4CD/1DVD-Version.

Keine Frage: Glenn Frey gehört zu den wichtigsten Songschreibern des vergangenen Jahrhunderts. Gemeinsam mit Don Henley zeichnete er für den Westküsten-Sound der Eagles verantwortlich, in dem Country, Rock und Singer/Songwriter-Elemente verschmolzen, und für einige der größten Hits der Musikgeschichte: „Hotel California“ oder „Take It Easy“ – Songs für die Ewigkeit. Während der Bandpause in den achtziger Jahren und auch nach der Wiedervereinigung war Frey als Solomusiker erfolgreich, landete unter anderem mit „The Heat Is On“, „You Belong To The City“, „The One You Love“, „Smuggler’s Blues“ und „I Found Somebody“ große Hits. Und so ist Frey gleich doppelt in den wichtigen Ruhmeshallen des Musikgeschäfts vertreten:  Nachdem die Eagles schon 1998 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, ist Frey selbst seit 2000 in der Songwriters Hall of Fame vertreten.

Dieser Tage sind nun gleich zwei Best-of-Formate erschienen, die erstmals sämtliche Solo-Karrierehighlights von Eagles-Mitbegründers vereinen. Parallel zum Greatest-Hits-Album „Above The Clouds: The Very Best Of Glenn Frey“ (eine CD), das neben 14 Songs und einem Live-Medley auch neue Linernotes von Ian McCann bietet, ist auch das Vier-Disc-Boxset „Above The Clouds: The Collection”, das drei CDs, ein 20-seitiges Booklet und eine Live-DVD umfasst. Letztere ist dabei das eigentliche Highlight, beinhaltet es einen bis dato seltenen Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1992, der zu den bewegendsten Momenten in der knapp 50 Jahre umspannenden Karriere des US-Amerikaners zählte. Mitgeschnitten am 15. September 1992 im Rahmen der „Strange Weather“-Tour im National Stadium von Dublin, laufen Frey und seine Band hier zu absoluter Höchstform auf, wenn sie nach Songs wie „Long Hot Summer“ und „Peaceful Easy Feeling“ auch den Klassiker „Strange Weather“ präsentieren, bevor das gesamte Publikum einstimmt und das Stadion in eine „Party Town“ verwandelt.

Die vier CDs vereinen derweil die wichtigsten Aufnahmen von Glenn Frey, dessen Kreativität ja bekanntlich bis zuletzt keine Grenzen kannte. Auf Disc 1, die unter dem Titel „The Very Best of Glenn Frey“ auch als Einzel-CD erschien, befinden sich alle großen Charterfolge des Eagles-Mitbegründers: „The Heat Is On“ (bekannt aus dem Film „Beverly Hills Cop“) darf hier genauso wenig fehlen wie die Slide-Guitar-Sounds seines „Smuggler’s Blues“ oder die epische „Miami Vice“-Ballade „You Belong To The City“. Auch das introspektive „Soul Searchin’“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1989 ist auf dieser ersten CD vertreten. Obwohl er auch im beginnenden Video-Zeitalter erfolgreich mitmischte – sein Clip zu „Smuggler’s Blues“ bescherte ihm schon 1985 einen Preis bei den MTV VMAs –, bezeugen diese größten Hits vor allem seine Klasse als Songwriter.

Disc 2 vereint jene Klassiker seiner Solokarriere, die weniger chartkompatibel, dafür umso bahnbrechender waren: Das grandiose „After Hours“ vom gleichnamigen letzten Soloalbum aus dem Jahr 2012 ist so ein Song, wie auch der Eröffnungstrack der besagten LP, seine majestätische Version von „For Sentimental Reasons“. Auch Beach-Boys-Harmonien interpretiert Frey neu, mit dem Cover von „Caroline, No“, und schließlich ist auch ein zeitloser Blues-Standard wie „Route 66“ hier zu hören.

Disc 3 gewährt daraufhin Einblicke in die Anfangstage dieser Karriere, wenn frühe Aufnahmen der Freunde Frey und J.D. Souther zu hören sind, besser bekannt als das Duo Longbranch/Pennywhistle. Ursprünglich im Jahr 1969 beim Label Amos Records veröffentlicht, mag das gleichnamige „Longbranch/Pennywhistle“-Album zwar bis heute vergleichsweise wenige Menschen erreicht haben, doch gelten Songs wie „Kite Woman“ und „Run, Boy, Run“ längst als Vorläufer jener Country-Rock-Revolution, die Frey und seine Eagles-Kollegen wenig später auslösen sollten. Neben seiner eigenen Solokarriere, die auch ihre Hits hatte (unter anderem den Airplay-Hit „You’re Only Lonely“ von 1979), half Souther auch in späteren Jahren immer wieder bei den Eagles aus – etwa bei Songs wie „Best of My Love“, „New Kid in Town“ und „Heartache Tonight“.

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Fazit: Gelungene Werkschau. Schade aber, dass kein bis dato unveröffentlichtes Material das Weg in die Compilation fand.

Anspieltipps: You Belong To The City, The Heat Is On, Smuggler’s Blues, Soul Searchin’, Strange Weather

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