Keine Frage: Die Eberhofer-Reihe ist Kult und das im Grunde seit des ersten Eberhofer-Fernsehfilms „Dampfnudelblues“ aus dem Jahr 2013. Grundlage der Reihe sind die Romanen der bayerischen Autorin Rita Falk. Die bis dato letzten drei Filme der Reihe wurden nun in einer Box fürs Heimkino versammelt.
Rehragout-Rendezvous
„Was gibt’s zum Essen?“ „Nix.“ Paukenschlag am Eberhofer-Hof! Die Oma (Enzi Fuchs) streikt! Nach gefühlt 2000 Kuchen und noch mehr Schweinsbraten, Semmelknödeln und Kraut beschließt die Oma, sich der familiären Fürsorge zukünftig zu entledigen. Chaos pur! Papa Eberhofer (Eisi Gulp), Franz (Sebastian Bezzel), Leopold (Gerhard Wittmann) und Susi (Lisa Maria Potthoff) sollen doch bitteschön endlich mal lernen, sich selbst zu versorgen. Ausgerechnet jetzt übernimmt Susi auch noch vorübergehend Niederkaltenkirchens Rathaus als stellvertretende Bürgermeisterin und reduziert mit ihrer neugewonnenen Macht Franz‘ Posten kurzum auf halbtags, damit er sich zukünftig um Sohn Pauli kümmert. Diese Aktion touchiert die Eberhofer‘sche Männlichkeit empfindlich. Zum Glück dauert es aber nicht lange bis eine Krähe ein menschliches Ohr aufgabelt und sich ein eigentlich festgefahrener Vermisstenfall überraschend zu einem verzwickten Mordfall entwickelt. Um den sich natürlich Franz und Rudi (Simon Schwarz) als Ermittler-Duo kümmern.
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Kritik von Falk
Um die bis dato jüngste – die insgesamt neunte – Eberhofer-Verfilmung „Rehragout-Rendezvous“ gab es Aufregung. Falk war mit dieser unzufrieden. „Ich finde das Drehbuch unglaublich platt, trashig, stellenweise sogar ordinär“, sagte sie im „Spiegel“, ließ konsequenterweise auch die Premiere sausen. Die Kritik ist nachvollziehbar: Denn mit der Buchvorlage hat diese Verfilmung nur noch wenig zu tun. Auch die Übeltäter sind nicht dieselben. Aber die Grobheit, die Derbheit – all das sind Zutaten, die ja auch schon bei den früheren Filmen verwendet wurden. Und an denen hat sich Falk auch nicht gestört. Tatsächlich ist „Rehragout-Rendezvous“ besser als sein Vorgänger „Guglhupfgeschwader“. Die Gags sitzen, die Schauspieler sind mit viel Esprit bei der Sache und der ganze Plot ist wieder herrlich skurril.
Wertung: 7
Guglhupfgeschwader
Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), Bayerns entspanntester Dorfpolizist, könnte sich eigentlich auf sein Dienstjubiläum freuen. Leider bekommt er es vorher nicht nur mit unverhofftem (Familien)-Zuwachs, sondern auch mit Glücksspiel und dem organisierten Verbrechen zu tun. Und als mafiöse Geldeintreiber auch noch die frischgebackenen Guglhupfe der Oma (Enzi Fuchs) zerschießen, hört für den Eberhofer der Spaß endgültig auf! Eberhofers Ermittlungen werden noch zusätzlich erschwert, denn Rudis (Simon Schwarz) neue Flamme, die diskutierfreudige Theresa (Stefanie Reinsperger), sprengt das eingespielte Fahndungs-Dreamteam. Darüber hinaus ist ganz Niederkaltenkirchen im Lottofieber, Flötzinger (Daniel Christensen) wähnt sich gar schon als Millionär und was hat es eigentlich mit diesem Lotto-Otto (Johannes Berzl) auf sich, der Franz verdächtig ähnlich sieht? Zu allem Unglück wird der Franz von seiner Susi (Lisa Maria Potthoff) auch noch zur Paartherapie genötigt – für den phlegmatischen Niederbayern eine ganz und gar nervenaufreibende Erfahrung.
In Teil acht der Eberhofer-Krimireihe (bei dem sich die Macher wieder hier und da von der literarischen Vorlage entfernen) geht es erstaunlich robust zu. Ist man sonst von den bayerischen Ermittlern gar nicht so gewohnt. Molotowcocktails! Pistolenkugeln! Ansonsten wird einem hier aber das gewohnte Rezept geboten: derbe Sprüche, witzige Dialoge, exzentrische Figuren. Ein Mord als Nebensache, wichtiger ist immer das Zwischenmenschliche. Streckenweise merkt man hier aber auch, dass vor und hinter der Kamera schon arg viel Routine herrschen.
Wertung: 6
Kaiserschmarrndrama
Die Idylle des niederbayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist in Gefahr. Das liegt weniger daran, dass das dorfbekannte Webcam-Girl ermordet wurde – diesen Fall geht der Franz mit der gewohnten Tiefenentspanntheit an. Ausgerechnet jetzt sitzt sein aufdringlicher, aber stets hilfreicher Co-Ermittler Rudi (Simon Schwarz) nach einem Unfall im Rollstuhl und gibt natürlich Franz die Schuld dafür. Als Rudi sich dann auch noch auf dem Hof einnistet und eine Rundumbetreuung von Franz erwartet, ziehen erste dunkle Wolken im Paradies auf. Richtig bedroht wird Eberhofers Ruhe aber durch Dauerfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff), die sich mit Franz‘ verhasstem Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) verbündet hat, um neben dem Hof ein Doppelfamilienhaus mit Gemeinschaftssauna zu bauen – was auch Papa Eberhofer gehörig gegen den Strich geht. Und als wäre das Dorfleben mit einer rebellischen Motorradgang und Marihuana- Fleischpflanzerln nicht schon bunt genug, muss Franz auch noch entdecken, dass seine Freunde Simmerl (Stephan Zinner) und Flötzinger (Daniel Christensen) Stammkunden beim Mordopfer waren.
Wegen Corona wurde die Premiere des siebten Eberhofer-Teils seinerzeit ein Jahr verschoben. Das Warten hatte sich gelohnt, „Kaiserschmarrndrama“ gehört sicherlich zu den stärksten Eberhofer-Verfilmungen. Hier sitzen die Gags nahezu perfekt, hier sind die Zwistigkeiten zwischen Franz und Rudi maximal unterhaltsam. Mit dem Tod von Hund Ludwig wird dann auch noch die Tränendrüse angezapft.
Wertung: 7,5
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