Diana Ross - Thank You (foto: universal music)

Diana Ross – Thank You

Erscheinungsdatum
November 5, 2021
Label
Universal Music
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
In Your Heart
Thank You
The Answer's Always Love
All Is Well
I Still Believe
7
Gelungenes Comeback.
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In Zeiten bleierner, pandemiebedingter Schwere will Diana Ross für etwas Hoffnung sorgen. Ihr Mittel gegen Kummer: Musik. Genauer: ein neues Album. „Thank You“ ist soeben erschienen.

Hat da wer eine Zeitkapsel geöffnet? Was ist das denn für ein Wochenende bitte? Erst hauen ABBA mit „Voyage“ nach 40 Jahren ein Comeback-Album raus, dann sitzt man mental im Frottee-Schlafanzug vor dem Fernseher, um „Wetten, dass“ mit Thomas Gottschalk zu schauen – und dann lässt auch noch Diana Ross nach 15 Jahren mal wieder von sich hören.

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Diana Ross darf man mit Fug und Recht eine Musiklegende nennen. Dereinst war sie Leadsängerin der grandiosen Supremes, die in den 1960er Jahren der erfolgreichste Motown-Act waren und überhaupt eine der erfolgreichsten weiblichen Bands aller Zeiten sind. Solo war Ross ab den 1970er Jahren ebenfalls sehr erfolgreich, nicht nur in der Musik, sondern auch im Film und auf der Theaterbühne. Michael Jackson, Madonna oder auch Questlove wurden von der Mighty Pop Diva maßgeblich beeinflusst, ihre Songs unter anderem von Janet Jackson, Jennifer Lopez, Lady Gaga und Amy Winehouse gecovert beziehungsweise gesampled. Keine Frage: Diana Ross ist zweifellos Teil des großen amerikanischen Musik-Pantheons.

Ein echtes Lockdown-Album

15 Jahre nach ihrem bis dato letzten Studioalbum „I Love You“ meldet sich die 77-Jährige nun mit einer neuen Platte zurück. Einem echten Lockdown-Album, das als musikalische Botschaft für Liebe und Zusammenhalt gedacht ist. Eine Song-Sammlung, die Hoffnung spenden soll. Ross nahm „Thank You” im heimischen Studio auf, schrieb alle 13 Songs gemeinsam mit diversen namhaften Songwritern und Produzenten, darunter Jack Antonoff, Troy Miller, Triangle Park, Spike Stent, Prince Charlez, Amy Wadge, Neff-U, Freddie Wexler, Jimmy Napes, Tayla Parx, Fred White und Nathanial Ledwidge.

Das Resultat klingt trotz der jungen Kollaborateure aber so, wie man es sich erhofft, vielleicht sogar erwartet hat. Der Sound ist keine Anbiederung an den Zeitgeist. Er ist vielmehr eine Reminiszenz an die gute, alte Zeit. Ross klingt wie Ross. Nicht nur stimmlich, sondern auch soundtechnisch. Sei es auf den Balladen wie „Time To Call“, „Just In Case“, „The Answer’s Love“ und „Count On Me“, den Uptempo-Nummern wie „Thank You oder „Tomorrow“, immer wieder werden Erinnerungen an frühere Aufnahmen geweckt. Das mag der eine oder andere nun zu formelhaft und konstruiert finden. Zu durchgestylt. Zumal auch die Produktion sehr glatt und ja, auch ein bisschen zu perfekt geraten ist. Aber irgendwie funktionieren die Nummern dann doch. Weil sie sich eben nicht schämen, genau das zu sein, was sie sind. Pompöser Pop, der auch den Kitsch als elementaren Teil von sich selbst akzeptiert. Und vielleicht ist der Ross’sche Zuckerguss in Zeiten wie diesen auch bitter nötig.

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