Animationsfilm mit humanistischer Botschaft: „Das kostbarste aller Güter“ handelt von der Rettung eines jüdischen Mädchens vor dem Holocaust.
Polen im Winter 1943. Die Frau eines Holzfällers findet in der Nähe der Bahngleise ein Baby im Schnee. Das Kind wurde in einem Akt größter Verzweiflung aus einem fahrenden Zug geworfen, einem Todeszug auf dem Weg in das Vernichtungslager Auschwitz. Trotz bitterer Armut und ohne über die drohenden Konsequenzen nachzudenken, nimmt die kinderlose Frau das kleine Mädchen in ihre Obhut. Dieses Kind – das kostbarste aller Güter – verändert fortan grundlegend das Leben des Ehepaares und auch all jener, deren Wege es kreuzt. Und einige von ihnen werden alles daransetzen, das Mädchen zu schützen, ungeachtet der Risiken für das eigene Leben. Seine Geschichte wird das Beste und Schlimmste in den Menschen zum Vorschein bringen.
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„Das kostbarste aller Güter“ basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch des französischen Dramaturgen und Schriftstellers Jean-Claude Grumberg, das im Jahr 2020 erschien. Zwar hat die breite Öffentlichkeit hierzulande von dem Buch kaum Notiz genommen, dennoch wurde es seinerzeit für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Regisseur Michael Hazanavicius hat sich dem Stoff des Werks nun angenommen und ein animiertes Filmdrama erschaffen – sein Debüt im Animationsbereich. Ein geglücktes.
Die Animationen, die auf Hazanavicius‘ eigenen Zeichnungen basieren, sind absolut sehenswert, die Atmosphäre erinnert an alte Märchenfilme. Hier und da gibt es aber doch auch heftige Bilder. Gleichzeitig ist die Geschichte über das düsterste Kapitel in der deutschen Geschichte eindringlich und ergreifend erzählt. Der Score von Oscar-Preisträger Alexandre Desplat: überaus emotional. Zum Teil auch etwas kitschig. Übrigens: In der deutschsprachigen Fassung wird die Stimme des Erzählers von Jürgen Prochnow („Das Boot“, „Der englische Patient“) übernommen.
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