Altes Land (foto: pandastorm)

Altes Land

Erscheinungsdatum
Dezember 11, 2020
Verleih
Pandastorm
Unsere Wertung
7.5
7.5
Eindrucksvoll.
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Starkes Buch, guter Film: Mit der Adaption von Dörte Hansens „Altes Land“ hat das ZDF viel richtig und wenig falsch gemacht. Der TV-Zweiteiler liegt nun auch auf DVD/Blu-Ray fürs Heimkino vor.

Das Alte Land zwischen Stade und Hamburg. Bekannt für seine Obstfelder und die wunderschöne Landschaft entlang der Elbe. Die großen Fachwerkhöfe zeugen von einflussreichen Familien, die über Jahrhunderte ihr Geld mit dem Anbau von Äpfeln, Kirschen und anderen Früchten verdienten. Ein solcher Hof ist Schauplatz dieser Geschichte. Dort lebt die eigenwillige Vera (Iris Berben), seit sie dort 1945 als fünfjähriges Flüchtlingskind aus Ostpreußen mit ihrer Mutter gestrandet war. Es hat lange gedauert, ehe sie sich in diesem Landstrich heimisch fühlte. Und noch länger, bis sie auch von den dort lebenden Menschen akzeptiert wurde. So ein bisschen fühlt sich Vera immer noch fremd in dem kalten Bauernhaus. Weg will sie aber trotzdem nicht. Sie verteidigt nicht nur vehement Hof und Land, sondern auch ihre Eigenheiten und ihren Widerwillen gegen alle Veränderungen. Nur mit ihrem direkten Nachbarn Hinni (Peter Kurth) pflegt sie eine Art Umgang.

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Auf der Beerdigung von Veras Ziehvater Karl (Milan Peschel) kommt es zu einem Wiedersehen mit ihrer viel jüngeren Halbschwester Marlene (Nina Kunzendorf), das im Eklat endet. Alte Wunden brechen auf. Verbittert schließt sich Vera mit ihren Hunden in dem alten Gehöft ein, bis ihre Halbnichte Anne (Svenja Liesau) und deren kleiner Sohn vor der Tür stehen. Die beiden Frauen sind einander zunächst fremd. Allerdings haben das frühere „Polackenkind“ Vera und Stadtflüchtling Anne, die von ihrem Mann betrogen wurde und das Leben im schicken Ottensen nicht mehr erträgt, viel mehr gemeinsam als sie ahnen. Denn Vera kennt Annes Nöte nur allzu gut. Nirgendwo dazuzugehören. Nicht angekommen zu sein. Ein Zuhause zu suchen und Wurzeln schlagen zu wollen …

Hansen landete mit „Altes Land“ 2015 einen Bestseller

Nein, einfach war es sicherlich nicht, Dörte Hansens Erstlingswerk visuell aufzubereiten. Denn die Geschichte, die Hansen in „Altes Land“ erzählt (2015 Jahresbestseller auf der SPIEGEL-Bestsellerliste), erstreckt sich über sieben Jahrzehnte und mehrere Zeitebenen. Und eigentlich hat sie auch gar keinen klassischen Plot. Durchaus also eine Herausforderung für Regisseurin Sherry Hormann, aus deren Feder auch das Drehbuch stammt. Aber eine Herausforderung, der sie gewachsen war. Hormann schafft es, die komplexe Struktur des Buchs halbwegs nachvollziehbar auf die Mattscheibe zu bannen. Und das mit oft recht eindrucksvollen und eindringlichen Bildern. Dabei hilft natürlich auch die herausragende Cast um Iris Berben, Milan Peschel, Nina Kunzendorf und Nachwuchs-Hoffnung Svenja Liesau. Gemeinsam gelingt der Crew eine bemerkenswerte Literaturverfilmung über das Deutschland unserer Mütter und Großmütter, Menschen ohne Heimat, über Reiz und Widersinn der Sehnsucht nach dem Landleben. Und über das Trauma von Flucht und Vertreibung, das in vielen Familien bis heute nachwirkt.

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