Manchmal schreibt das Leben die gruseligsten Geschichten: Horror-Experte Ari Aster („Hereditary“, „Midsommar“) setzt sich in „Eddington“ mit dem Schrecken einer zerrissenen US-Gesellschaft auseinander. Der politisch hochaktuelle Streifen liegt nun fürs Heimkino vor.
Eddington ist ein kleines, rund 2300 Einwohner zählendes Kaff in der Wüste von New Mexico. Im Frühling des Jahres 2020 unterscheidet sich das Städtchen aber nicht vom Rest der Welt: Die Pandemie hält es fest in seinem Würgegriff. Mit den entsprechenden gesellschaftlichen Verwerfungen, die auch anderswo mit Corona einhergingen. Die Konflikte innerhalb der US-Gesellschaft, die sich zu dieser Zeit voll entfalten (und bis heute Auswirkungen haben), spiegelt Regisseur Ari Aster in dem Konflikt zwischen dem konservativen Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) und Eddingtons eher progressivem Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal).
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Die beiden stehen sich in einem Kampf gegenüber, der die Stadt zu zerreißen droht. Cross ist ein Maskengegner, aber kein Schwurbler, seine Ehefrau (Emma Stone) ist da schon eher eine, die Verschwörungstheorien auf den Leim geht, ebenso wie ihre Mutter (Deirdre O’Connell). Garcia hingegen setzt die Corona-Verordnungen knallhart durch. Allerdings stehen sich Garcia und Cross nicht nur politisch, sondern auch aus persönlichen Gründen feindselig gegenüber. Als ein Mord die fragile Ordnung erschüttert, nimmt die Gewalt ihren Lauf.
Beide Lager vorgeführt
Corona, QAnon, Black Lives Matter – was in den vergangenen Jahren in den USA ein heißes Thema war, wird in „Eddington“ auf die eine oder andere Art aufgegriffen. Ari Aster gelingt es mit diesem kompromisslosen, mit Western-Elementen spielenden Thriller, gesellschaftliche Verwerfungen in packende Spannung zu übersetzen. Dabei hilft ihm ein hochkarätiges Star-Ensemble. Neben Joaquin Phoenix, Pedro Pascal (natürlich!) und Emma Stone mischen hier auch Austin Butler und Luke Grimes mit. Aster bezieht dabei allerdings nicht eindeutig Stellung, schlägt sich nicht auf die eine oder die andere politische Seite, sondern führt in ihrer Verbohrtheit und Sturheit beide Seiten vor. Ein Film, der zunächst zynisch wirkt, durchaus aber von der Wirklichkeit eingeholt werden könnte.
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