Des Teufels Bad (foto: Plaion Pictures)

Des Teufels Bad

Erscheinungsdatum
März 27, 2025
Verleih
Plaion Pictures
Unsere Wertung
7

Den wahren Horror schreibt das Leben: In dem düsteren, österreichischen Spielfilm „Des Teufels Bad“ widmet sich das Regisseur-Duo Veronika Franz und Severin Fiala einem verstörenden Kapitel europäischer Geschichte. Der Horror-Streifen liegt jetzt fürs Heimkino vor.

Oberösterreich, Mitte des 18. Jahrhunderts: Ein Karpfenteich reflektiert das Grau des Himmels. Ein tiefer, dunkler Wald schluckt das Sonnenlicht. Auf einem Hügel wird eine Hingerichtete – eine Kindsmörderin – zur Schau gestellt. Als Exempel. Als Warnung. Ein Omen? Die tiefreligiöse und hochsensible Agnes (Anja Plaschg) betrachtet die tote Frau mit Mitleid. Auch mit Sehnsucht, denn sie fühlt sich fremd in der gefühlskalten Welt ihres Mannes Wolf (David Scheid), in die sie gerade eingeheiratet hat. In dieser geht es vor allem um Frömmigkeit und harte Arbeit. Es ist die pure Tristesse. Ihr Mann begehrt sie nicht, ihr Kinderwunsch bleibt unerfüllt. Und so zieht sich Agnes immer mehr zurück, immer erdrückender wird ihre Melancholie. Eine Gewalttat scheint ihr bald der einzige Ausweg.

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Die gefeierten Genre-Spezialisten Veronika Franz und Severin Fiala („Ich seh, Ich seh“) haben mit „Des Teufels Bad“ einen eindrucksvollen Film über ein bisher unbeleuchtetes Kapitel europäischer Geschichte vorgelegt: den mittelbaren Suizid. Dabei töteten erwachsene Frauen andere, zumeist Kinder, um selbst zum Tode verurteilt zu werden. Ein direkter Selbstmord sahen sie als vermeintlich größere Sünde an.

Franz und Fiala konnten sich bei der Entwicklung des in düsteres Licht getauchten Films auf historische Aufzeichnungen stützen, Fälle wie den hier Gezeigten hat es also tatsächlich gegeben. Als „Geschichte“ kann man diesen atmosphärischen Streifen aber nicht einfach abtun. Das Bild, das Franz und Fiala hier zeichnen, über den gesellschaftlichen Umgang mit Außenseitern und Tabus, ist universell. Herausragend: Hauptdarstellerin Anja Plaschg, auch bekannt als Soap & Skin. Die österreichische Künstlerin hat auch die unheimliche Musik zum Film beigesteuert.

7
Unheimlich und verstörend.
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