Daniel de Visé - Blues Brothers (foto: Reclam)

Daniel de Visé – Blues Brothers: Musik, Film, Legende.

Erscheinungsdatum
Oktober 15, 2025
Verlag
Reclam
Unsere Wertung
9

Verfasst im Auftrag des Herrn: Der Autor Daniel de Visé hat sich ausgiebig mit der Geschichte der Blues Brothers beschäftigt. Das umfangreiche „Blues Brothers: Musik, Film, Legende“ ist aber trotz epischer Länge nicht nur für eingefleischte Fans interessant.

„Kult“. Mit diesem Begriff wird heute viel zu inflationär umgegangen. Auf „Blues Brothers“ passt er allerdings perfekt. Obwohl der Streifen schon 1980 in den Kinos lief, erfreut er sich immer noch großer Beliebtheit. Generation für Generation scheint die Filmkomödie von John Landis immer wieder aufs Neue für sich zu entdecken. Der Film erzählt die Geschichte von Jake Blues (John Belushi), der nach mehrjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, und mit seinem Bruder Elwood Blues (Dan Akroyd) das katholische Waisenhaus besucht, in dem sie aufgewachsen sind. Dort werden sie mit der Schock-Nachricht konfrontiert, dass die Einrichtung Steuerschulden plagen und diese daher wohl bald dicht gemacht wird. Jake und Elwood sind fest entschlossen, das nötige Geld irgendwie aufzutreiben. Und weil das auf kriminelle Art und Weise nicht geht, wollen sie ein Benefizkonzert geben – und dafür die alte Band wieder zusammentrommeln. Doch das ist leichter gesagt als getan – und entwickelt sich zu einem wilden Abenteuer. Zumal die Blues Brothers nur elf Tage Zeit haben …

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Bei „SNL“ geboren

Zwei Jahre bevor die Blues Brothers die Kinoleinwand eroberten, wurden die Figuren in der legendären Late-Night-Show „Saturday Night Live“ geboren, bei der Akroyd und Belushi (ebenso wie ein gewisser Bill Murray) zum festen Ensemble gehörten. Ihren ersten Auftritt hatten Jake und Elwood 1976. Recht schnell entwickelte das Ganze aber ein Eigenleben, sodass Akroyd und Belushi auch außerhalb von „SNL“ in die Rollen von Jake und Elwood schlüpften und – mit Hilfe von Profi-Musikern – Konzerte gaben und Alben produzierten. Der Kinofilm, in dem auch Größen wie Aretha Franklin, John Lee Hooker, Cab Calloway, Ray Charles und James Brown auftraten, war dann die Kirsche auf der Sahne – und der Moment, der die Blues Brothers unsterblich machte.

Der Pulitzer-Preisträger Daniel de Visé beleuchtet nun in seinem gründlich recherchierten „Blues Brothers“ das von Belushi und Akroyd geschaffene Phänomen. Und das durchaus tiefgründig. De Visé erzählt nicht nur die Entstehungsgeschichte der Figuren und des Films, sondern zeichnet auch die Karrieren von Akroyd und Belushi nach. Dabei porträtiert er auch die Freundschaft der beiden doch so unterschiedlichen Männer, lässt den Leser über die komischen Momente schmunzeln und die tragischen bedauern. Obwohl das Buch mit viel Detailwissen daherkommt, ist es nicht nur für Nerds geschrieben. De Visé ist ein meisterhafter Erzähler – und kann auch so manche unterhaltsame Anekdote (und auch etwas Gossip) aus dem Ärmel schütteln. Gleichermaßen funktioniert das Buch als Hommage an den Blues – und er bildet auch die Debatte um die Vorwürfe kultureller Aneignung ab, die die Blues Brothers seit jeher begleitet.

Lesezeichen

Daniel de Visé – Blues Brothers: Musik, Film, Legende. Reclam 2025. 543 Seiten.

9
Brilliant recherchiert.
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