Tears for Fears - Songs from the Big Chair (foto: Universal Music)

Tears for Fears – Songs from the Big Chair (40th Anniversary)

Erscheinungsdatum
November 14, 2025
Label
Universal Music
Unsere Wertung
10

Es gilt als eines der einflussreichsten und besten Alben der 1980er Jahre: „Songs from the Big Chair“ (1985) von Tears for Fears. Zum 40. Geburtstag wird die Platte nun neu aufgelegt – garniert mit jeder Menge Bonus-Material.

Tears For Fears, das sind Roland Orzabal (Gesang, Gitarre, Keyboards) und Curt Smith (Gesang, Bass, Keyboards). Die beiden lernten sich Ende der 1970er Jahre im südwestenglischen Bath kennen, spielten gemeinsam in einer Ska-Band namens Graduate und gründeten 1981 Tears for Fears, nachdem sie ein Auftritt von Gary Numan bei „Top of the Pops“ inspiriert hatte, musikalisch neue Wege zu beschreiten. Synthesizer waren jetzt der heiße Scheiß. Schon 1982 gelang den beiden mit der Single „Mad World“ (und dem dazugehörigen Debütalbum „The Hurting“ aus dem Jahr 1983) der Durchbruch.

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Zwei Jahre später legten Tears for Fears dann das Album vor, das sie unsterblich machen sollte. „Songs from the Big Chair“, Songs aus dem großen Sessel. Der Titel war durch den Fernsehfilm „Sybil“ (1976) inspiriert, der von einer unter einer Multiplen Persönlichkeitsstörung leidenden Protagonistin erzählt, die nur dann Glück und Geborgenheit empfindet, wenn sie in dem großen Sessel ihres Therapeuten Platz nimmt.

Orzabal und Smith änderten mit „Songs from the Big Chair“ die musikalische Stoßrichtung. Die neue Platte kam nicht so melancholisch, düster und bedrückend wie der Erstling daher, sondern offener, luftiger, von Licht durchflutetet. Und gitarrenlastiger. Das Personal blieb dabei das selbe. Als Produzent fungierte wie schon beim Debüt Chris Hughes. An den Drums saß Manny Elias, am Keyboard Ian Stanley. Als Saxofonist wurde Mel Collins verpflichtet. Gemeinsam machte man sich im bandeigenen Studio The Wool Hall in Beckington (Somerset) an die Arbeit. Dabei gelang ein Longplayer, der als grandiose Mischung aus eingängigen Popmelodien, pointierten Texten, kraftvollen Gitarrenriffs und innovativen New-Wave-Elementen betrachtet werden kann.

Das sind die Highlights

Standout-Track ist natürlich „Shout“, der hymnische Signature-Song der Band. Eine Nummer mit hohem Wiedererkennungswert, wofür die sich wiederholende Hook und der Dronen-Klang beitrugen. Viele interpretierten in die Lyrics eine Anspielung auf den Urschrei hinein, weil Orzabal und Smith sich schon auf dem ersten Album mit Themen der Psychologie befassten und sich ja auch den Bandnamen in Anlehnung an Arthur Janovs Primärtherapie gaben. Tatsächlich ist der Song aber ein Aufruf zum politischen Protest.

Auch das poppige, ja, geradezu fröhlich klingende „Everybody Wants To Rule the World“ blieb haften, ein weiterer Song für die Ewigkeit. Und das, obwohl er es beinahe gar nicht aufs Album geschafft hatte, weil Orzabal ihn für ein Leichtgewicht hielt. Trotz des Sujets: Es geht hier um die Gier nach Macht und die daraus resultierenden Konsequenzen wie Krieg und Elend. In einem Radiointerview verriet Orzabal später, dass man sich bei der Nummer Inspiration beim Simple-Minds-Hit „Waterfront“ holte.

Klar, die beiden US-Nummer-eins-Hits überstrahlen hier. Dennoch hat die Platte auch abseits dieser zwei tragenden Song-Säulen viel zu bieten. „Head Over Heels“ etwa. Ein wunderbarer, einnehmender Love Song. Die jazzige Ballade „I Believe“, eine Hommage an Robert Wyatt und Soft Machine. Oder „The Working Hour“, ein Lied, mit dem die Band mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Musikgeschäfts abrechnet. Das sich an den Talking Heads orientierende „Mother’s Talk“ fängt unterdessen mit seinen Industrial-Beats die drückende, bedrohliche Atmosphäre zu Zeiten des Kalten Krieges und der Angst vor der einem Atomschlag gekonnt ein.

In Deutschland landete das Album auf Platz eins der Charts, ebenso in den USA. In der britischen Heimat ging es immerhin auf Position zwei. Ebenda ließ sich Phil Collins mit „No Jacket Required“ nicht von der Chartspitze verdrängen.

Das können die neuen Editionen

„Songs from the Big Chair“ erscheint nun zum 40. Geburtstag – etwas verspätet, Release-Termin war seinerzeit der 25. Februar 1985 – in verschiedenen neuen Editionen. So gibt es ein CD-Set mit 44 Titeln, darunter jede Menge Outtakes, alternative Versionen und Remixes.

Weiterhin erhältlich ist eine limitierte Auflage auf transparentem rotem Vinyl mit zwei LPs, die das bisher unveröffentlichte originale Artwork und bisher auf Vinyl nicht verfügbare Titel enthält, eine limitierte 1LP-Version auf transparentem Vinyl sowie eine limitierte Picture-LP.

Anspieltipps
Shout
Everybody Wants To Rule The World
I Believe
The Working Hour
Head Over Heels
10
Ein Klassiker der 1980er Jahre.
Hier kaufen

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