Hommage an einen der ganz Großen der Rockgeschichte: Das Biopic „Springsteen – Deliver Me From Nowhere“ setzt sich mit der „Nebraska“-Schaffensphase des Boss auseinander. Der Streifen liegt jetzt fürs Heimkino vor.
Eigentlich müsste es Bruce Springsteen (Jeremy Allen White) hervorragend gehen. Gerade haben der Musiker und seine E Street Band die zwölf Monate dauernde „The River“-Tour abgeschlossen. Die Platte ging steil, erstmals überhaupt konnte der Musiker, der seinen Durchbruch mit dem Album „Born to Run“ (1975) feierte, Platz eins der US-Charts erreichen. Doch mit dem neuen, kommerziellen Erfolg steigt auch der Druck. Das Label wünscht sich, dass Springsteen nachlegt. Und zwar möglichst etwas Massenkompatibles. Man muss die Kuh schließlich melken, solange sie Milch gibt und so. Springsteen kämpft mit Depressionen. An der Schwelle zum weltweiten Durchbruch kämpft der junge Musiker darum, den Druck des Erfolgs mit den Geistern seiner Vergangenheit in Einklang zu bringen. Ihm schwebt auch kein massenkompatibles nächstes Projekt vor. Sondern eines, das ohne Band, musikalisch nur von ihm selbst mit Gitarre, Mundharmonika und Glockenspiel begleitet wird. Eine Platte mit Geschichten über Außenseiter der amerikanischen Gesellschaft. „Nebraska“.
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Was für eine Aufgabe! Jeremy Allen White verkörpert den jungen Bruce Springsteen nicht einfach nur (und das mit großer Authentizität und emotionaler Tiefe), nein, er spielt in diesem Film selbst Gitarre und singt. Und das durchaus so, dass auch eingefleischte Fans zufrieden sein dürften. Der Boss selbst, der hier und da am Set vorbeischaute, war es. Eine unheimlich überzeugende Performance des Schauspielers, den so mancher aus den Erfolgsserien „The Bear“ und „Shameless“ kennen dürfte. Der Film beleuchtet auf inspirierende Art und Weise den kreativen Antrieb und die inneren Konflikte hinter Springsteens Musik. Regisseur Scott Cooper liefert hier eine universelle Geschichte über Ambition, Selbstfindung und die Kraft ehrlicher, emotionaler Kunst. Sich ausschließlich auf die „Nebraska“- und nicht die folgende „Born in the USA“-Phase zu fokussieren, ist ein Kniff, der aufgeht.
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