Jetzt auch auf Vinyl: Kings of Leon haben ihre im November digital veröffentlichte „EP#2“ nun auch auf Vinyl vorgelegt. Die kleine Song-Kollektion markiert einen Neuanfang der Kapelle.
Kaum zu glauben: Es ist nun auch schon wieder fast 20 Jahre her, dass Kings of Leon mit „Sex on Fire“ praktisch überall waren. Die 2008 veröffentlichte Nummer war der große kommerzielle Wurf der Familienbande – die Gruppe besteht aus den Brüdern Caleb, Jared und Nathan Followill sowie Cousin Matthew Followill -, die Eintrittskarte in den Mainstream, nachdem die Gruppe mit ihrem Südstaaten-Rock drei Alben lang zunächst eher ein Indie-Publikum begeistert hatte. Seither ist alles, was die Jungs musikalisch anfassen erfolgreich. In den USA landen ihre Alben stets auf Platz eins, in den UK normalerweise auch, bei uns knacken sie zuverlässig die Top 5.
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Bei so einem Status kann man es in Sachen Promo durchaus etwas lockerer angehen. Als die Band im November „EP #2“ auf den Markt warfen, taten sie das ohne großes Tamtam vorher, ohne Ankündigung. Ganz so, als wollten sie mal testen, wie das so läuft. Immerhin war die EP – die erste übrigens seit über zwei Jahrzehnten, ihrem Erstlingswerk – die erste Veröffentlichung der Band auf ihrem eigenen Label Love Tap Records, vertrieben von Virgin Music. Sie enthält überdies ihre ersten selbstproduzierten Aufnahmen.
In bestechender Form
Vier Tracks kredenzt uns die Kapelle auf der neuen Veröffentlichung, die auf das gelungene Album „Can We Please Have Fun“ (2024) folgt. Nicht zu vergessen die Kollaborationen der Band mit Zach Bryan (We’re Onto Something“ und „Bowery“). Man könnte sagen: Kings of Leon haben einen kreativen Lauf.
„EP #2“ atmet eine gewisse sommerliche Frische, ist musikalisch eine Mixtur aus dem frühen, rohen Sound der Band und den stadiontauglichen Werken. „All the Little Sheeps“ kommt mit wunderbar-schmutzigen Riffs und Ambient-Elementen daher. Überraschend. Das fröhliche, eingängige „To Space“ macht vor allem gute Laune, erinnert ein bisschen an Springsteen ohne die E Street Band. Die deutlich emotionalere, langsame Ballade „Pit To The Rind“ ist ein Ding aus dem Sumpf, während „The Wolf“ einfach nur rocken will.
Eine gelungene Fingerübung für Kings of Leon. Ob da bald auch ein Album folgen wird? In der aktuellen Form der Band wäre das auf jeden Fall wünschenswert.
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