Grantchester – Staffel eins

Grantchester (foto: edel motion)

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8 Edel Motion
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Der nächste Retro-Krimi aus der britischen TV-Küche: “Grantchester” entführt den Krimi-Liebhaber ins UK der 50er Jahre. Die erste Staffel der nun schon seit 2014 laufenden Serie liegt nun endlich auch bei uns fürs Heimkino vor.

Grantchester war nicht nur Sehnsuchtsmotiv des laut W. B. Yates und Virginia Woolf einstmals schönsten Mannes Englands, sondern der Titel einer neuen britischen Krimiserie. Diese legte mit knapp 7,7 Millionen Zuschauern einen ziemlich guten Start im Vereinigten Königreich hin. Auch nach vier Staffeln ist die Reihe, die dort auf ITV gezeigt wird, noch voll im Soll. Im Schnitt lockt sie sechs bis 6,65 Millionen Fans vor die Bildschirme. Der Retro-Krimi, das wissen wir nicht erst seit “Der junge Inspektor Morse”, liegt im Trend.

Retro-Krimis liegen im Trend

“Grantchester” spielt im Vereinigten Königreich der fünfziger Jahre. Die erste Season beginnt im Jahr 1953. Angesiedelt ist sie im titelgebenden, malerischen Dörfchen gleichen Namens in der englischen Grafschaft Cambridgeshire. Die Detailversessenheit in puncto Ausstattung fällt hier schnell positiv auf. Im Mittelpunkt stehen der junge Vikar Sidney Chambers (James Norton), der nicht nur dem Jazz und einem guten Glas Whiskey zugetan ist, sondern auch durchaus der Damenwelt. Klar: Das bringt ihn natürlich immer wieder mal in Schwierigkeiten.

Allerdings hat Chambers auch einen großen Sinn für Gerechtigkeit. So ist es seine Leidenschaft, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Das wiederum geht Detective Inspector Geordie Keating (Robson Green) gern mal mächtig auf die Nerven. Es ist das typische Buddy-Cop-Movie-Prinzip: Der adrette Hobby-Detektiv Chambers und der unelegante Polizeikommissar und vierfache Familienvater Keating könnten unterschiedlicher nicht sein. Chambers ist groß, attraktiv und herzlich. Operettenfreund Geordie Keating hingegen wäre gerne ein paar Inches größer und legt keinen großen Wert auf gute Garderobe. Chambers ist stets zuvorkommend, verständnisvoll, nonchalant und weltoffen. Der ruppige Keating verfügt über ausbaufähige Manieren und ist zudem eher konservativ, häufig intolerant und vorurteilsbehaftet.

Natürlich entwickelt sich trotzdem im Laufe der Reihe ein Freundschaft zwischen den ungleichen Partnern. Zumal man sich gegenseitig dann doch von großem Nutzen ist: Chambers hilft Keating oft beim Entschlüsseln kniffliger Verbrechen. In den ersten sechs Episoden hat es das Gespann unter anderem mit einem vermeintlichen Selbstmord, dem Tod eines alten Schulbekannten Sidneys und dem Mord an einem Gemeindemitglied, das eben diesen voraussagte, zu tun.

Geistiger Vater der Serie ist James Runcie

Die Vorlage der TV-Serie basiert übrigens auf den Kurzgeschichten “Grantchester Mysteries” des englischen Autors James Runcie, dessen Vater von 1980 bis 1991 Erzbischof von Canterbury war. Seine Erzählungen am Frühstückstisch hielten sicherlich jede Menge authentischen Stoff aus dem Gemeindeleben für Runcie jr. bereit.

Fun fact: Grantchester liegt drei Kilometer südlich von Cambridge und soll angeblich über die höchste Nobelpreisträgerdichte der Welt verfügen. Pink Floyds Song “Grantchester Meadows” vom Album “Ummagumma” entstand vermutlich, weil David Gilmour im Örtchen wohnte.

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Fazit: Sehenswert.

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