Puma Blue - Croak Dream (foto: PIAS)

Puma Blue – Croak Dream

Erscheinungsdatum
Februar 6, 2026
Label
PIAS
Unsere Wertung
7

Es ist eine geradezu philosophische Frage, die Puma Blue ins Zentrum seines neuen Albums „Croak Dream“ gerückt hat: Wenn du wüsstest, wie und wann du sterben wirst, wie würde das deine Entscheidung beeinflussen, wie du leben möchtest?

Puma Blue – hinter diesem Moniker verbirgt sich der in Südlondon geborene und in Atlanta lebende KünstlerJacob Allen. Der britische Multiinstrumentalist macht seit 2014 eine stetig wachsende Hörerschaft auf sich aufmerksam. Er veröffentlichte seine Lo-Fi-Arbeitem zunächst auf Soundcloud, ehe er dann 2017 seine ersten EPs auf den Markt warf. Sein Debütalbum „In Praise Of Shadows“ erschien 2021.

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Zuletzt war der Gute so richtig umtriebig. Erst 2025 veröffentlichte er mit „Extchamber“ und dem ambienten „Antichamber“ zwei Alben. Jetzt lässt er mit „Croak Dream“ gleich das nächste folgen. Und dann auch noch eines mit einem sperrigen, durchaus schwierigen Thema: dem Tod,. Beziehungsweise: mit dem Leben in der Gewissheit des Todes..

Musikalisch verarbeitet Allen das in einem minimalistischen, aber dennoch komplexeen Sound-Gewand: die tiefen, schillernden Töne des Trip-Hop, die viszerale Angst von Radiohead, Dub-Techno, Jungle und Allens von R&B eingefärbter Gesang treffen hier auf einer von ihm gezimmerten LoFi-Plattform aufeinander. In einem Moment wirken die Songs intim, im nächsten bricht es plötzlich aus ihnen heraus. Das macht die Sache einerseits wahnsinnig spannend, andererseits kann man sich auch nur schwer in einen Vibe fallen lassen.

Das sind die Glanzlichter

„Croak Dream entstand“ in Peter Gabriels Real World Studios, in denen Allen gemeinsam mit Co-Produzent Sam Petts-Davies (The Smile, Warpaint) an der faszinierenden Klangwelt des Albums tüftelte. „Ich wollte kein weiteres Album wie ,Holy Waters‘ aufnehmen, das einfach nur den Klang einer Band im Proberaum einfängt“, erklärt Allen. Also brachten er und Petts-Davies der Band Songfragmente zum Improvisieren mit, die später zu Loops verarbeitet und in die finalen Aufnahmen integriert wurden. Das Ergebnis war ein lebendiges Album, das selbst die Musiker überraschte: „Als ich der Band das fertige Album schickte, war es, als würden sie sich zum ersten Mal selbst auf diesen Songs spielen hören.“

Zu den Glanzlichtern der Platte gehört sicherlich der Opener „Desire“, das Puma Blue auch als erste Single auskoppelte. Die ursprünglich in einem Hotelzimmer geschriebene und aufgenommene Nummer inspirierte mit ihrem rohen Sound die gesamte Klanglandschaft von „Croak Dream“. Der Song startet poppig, zertrümmert dann aber alle an ihn gestellten Erwartungen.

„Mister Lost“ nimmt patriarchale Gesellschaftsstrukturen und das Thema „Männlichkeit“ ins Visier, kommt aber über interessante Ansätze nicht hinaus. Stärker: die Balladen „Heaven Above, Hell Below“ und das intim anmutende „Cocoons“, die sich sanft und betörend an den Hörer anschmiegen. Auch der Titeltrack, in dem sich Puma Blue von Dämonen der Vergangenheit zu lösen versucht, bleibt haften. Und mit „Hush“ oder „Jades“ hat es auch ein paar wunderbar atmosphärisch-stimmungsvolle Stücke.

 

Anspieltipps
Desire
Cocoons
Heaven Above, Hell Below
Croak Dream
7
Musik, die zum Nachdenken anregt.
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