Malcolm X (foto: Studiocanal)

Malcolm X

Erscheinungsdatum
Mai 15, 2025
Verleih
Studiocanal
Unsere Wertung
8

Biografisches Film-Epos über den ebenso legendären wie umstrittenen afro-amerikanischen Freiheitskämpfers und Nationalisten Malcolm X: Das Drama „Malcolm X“, ursprünglich 1992 in die Kinos gekommen, liegt jetzt wieder fürs Heimkino vor.

Ebenso wie Martin Luther King zählt Malcolm X zu den großen, auch heute noch bekannten Vordenkern der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Bewegungen wie Black Lives Matter berufen sich noch heute auf den Aktivisten, der einst als Staatsfeind betrachtet wurde, aber einen großen Beitrag zum modernen, afro-amerikanischen Selbstverständnis leistete. Mit Martin Luther King funkte das Mitglied der militanten Nation of Islam aber nicht auf der gleichen Wellenlänge, anders als für King war für ihn und seine Gefolgsleute Gewalt durchaus ein Mittel der Wahl.

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Spike Lee zeichnet die Geschichte des Bürgerrechtlers von Anfang bis Ende nach. Beginnend bei der durch Rassismus geprägten Kindheit. Sein Vater Earl (Tommy Hollis) wurde vom Ku-Klux-Klan terrorisiert und von einer diesem nahe stehenden Vereinigung schließlich ermordet. Das Jugendamt nahm der Mutter die Kinder weg, diese wuchsen in Pflegefamilien auf. Malcolm macht auch in der Schule Erfahrungen mit Rassismus, schmerzhaft wird ihm dort seine Perspektivlosigkeit aufgezeigt. Später geriet Malcolm auf die schiefe Bahn, führte ein kriminelles Leben. Im Gefängnis lernte er den Schwarzen Muslim Baines (Albert Hall) kennen. Eine Begegnung, die sein Leben für immer verändern sollte. Er begann, sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen, bildete sich – und legte seinen Sklavennamen „Little“ ab. Nach seiner Haft avancierte er zu einem politischen, aufrührerischen Redner und Aktivisten, überwarf sich aber im Laufe der Zeit mit der Nation of Islam – und wird schließlich im Alter von 39 Jahren von Attentätern getötet.

Epische Spiellänge

Beinahe hätte der Kanadier Norman Jewison den Stoff verfilmt. Am Ende entschied sich das Studio aber zum Glück für Spike Lee, der die Verantwortlichen auch mit dem Argument zu überzeugen wusste, dass besser ein Schwarzer diesen Film drehen sollte. Lee gelang mit „Malcolm X“ denn auch ein bewegendes Filmdrama, das ebenso reflektiert wie kraftvoll die sozialen Unruhen und politischen Umbrüche der 1960er Jahre ins Visier nimmt. Malcolm X wird hier weder glorifiziert noch zerrissen. Ein Film, der inspiriert und dabei auch noch unterhält. Hauptdarsteller Denzel Washington erhielt für seine Performance völlig zu Recht zahlreiche Auszeichnungen und wurde auch für einen Oscar nominiert. Bei 201 Minuten Spielzeit sollte man aber genügend Sitzfleisch mitbringen. Potenzial für Kürzungen wäre da gewesen.

8
Bewegend.
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