Ulrika Spacek - Expo (foto: Full Time Hobby)

Ulrika Spacek – Expo

Erscheinungsdatum
Februar 6, 2026
Label
Full Time Hobby
Unsere Wertung
7

Auf ihrem vierten Studioalbum „Expo“ richten die Art-Rocker von Ulrika Spacek den Blick mal nicht nach innen, sondern nach außen.

Die Geschichte von Ulrika Spacek reicht lange zurück. Rhys Edwards, Joseph Stone und Ben White sind gemeinsam zur Schule gegangen, haben seit 2002 zusammen in diversen Bands gespielt. Sie waren auch allesamt Teil des Ulrika-Spacek-Vorgängers The Enigma Project, das sich 2002 gründete. Nach mehreren personellen Wechseln und auch Namensänderungen war 2014 dann offiziell die Geburtsstunde von Ulrika Spacek. Der Name war dabei an RAF-Terroristin Ulrike Meinhof und Schauspielerin Sissy Spacek angelehnt.

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Das Kollektiv im Vordergrund

So viel sich auch geändert hat, eines blieb doch gleich: Bei Ulrika Spacek stand schon immer das Kollektiv im Vordergrund. Trotz einer Reihe von Tagesjobs (experimentelle Physiker, Grafikdesigner, Musikproduzenten) ist die kollektive Verfolgung in der gemeinsamen Traumlogik der Musik spürbar: die schiefen Melodien, Gitarren und cirrus cloud-Atmosphären.

Ob es „Oysterland“ ist, die selbst kuratierte Nacht, in der die Band begann, Künstler anderer Disziplinen in Live-Musikräumen zu präsentieren; das Total Refreshment Centre, das East-London-Studio des Produzenten und Bassisten Syd Kemp, das die Verbindung zwischen der Jazzszene und gleichgesinnten experimentellen Künstlern herstellt; oder ihr kreatives Zusammenspiel als Musiker und Produzenten mit Crack Cloud: die Existenz der Band ist untrennbar mit ihrer Gemeinschaft verbunden.

Der Blick richtet sich nach außen

Während die Band bei ihren früheren Werken den Blick gern nach innen richteten, will das neue Album „Expo“ der Welt nun den Spiegel vorhalten. Den Zerrspiegel, wenn man so will. Die Lieder wurden in einer Zeit geschrieben, in denen es in der Welt drunter und drüber geht – und in der Rhys die Geburt seiner Tochter erwartete. Er begann sich zu fragen, welche Art von Zukunft sie erben könnte.

Der musikalische Ansatz war mal wieder unique. Auf konventionelle Songstrukturen wird wie immer gepfiffen. „Unsere Musik war schon immer eine Collage – ein bisschen Patchwork, klanglich – aber was dieses Album für uns zu einem Meilenstein macht, ist, dass wir einen Schritt weiter gegangen sind und unsere eigene Soundbank erstellt haben und im Grunde uns selbst gesampelt haben“, sagen Ulrika Spacek. Sie erschaffen ihre eigenen Doppelgänger in einer Welt des fast Realen, in der die Band wie in einem Spiegelkabinett erscheint. Digitale Drums werden gesampelt und auf echte Drums gelegt. So kann man das Thema Entfremdung, um das es hier ebenfalls geht, musikalisch darstellen.

Die Glanzlichter

Wenn es einen Song gibt, der das Konzept des Albums auf den Punkt bringt, dann wohl „Build A Box Then Break It“. Er erweitert den Art-Rock-Sound der Band in einen Grenzbereich zwischen analog und elektronisch.

Auch „Square Root of None“ bleibt haften. Die Nummer handelt davon, „Ideen gegen eine Wand zu werfen“ während eines Winters in Stockholm; eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen Ulrika Spacek im selben Raum zusammen waren. Die Texte haben eine klinische Genauigkeit und greifen auf die Sprache der Mathematik und des Codings zurück. Gemeinsam kommen sie zu einer Lösung; dass Handeln in Einsamkeit Risiko bedeutet: „It’s slump or climb / In divisions of five.”

Der Opener „Picto“ ist ebenfalls ein Glanzlicht. Er war auch der erste Song, der für Album geschrieben wurde. Die Band erklärt: „Es gibt keine bessere Beschreibung für diesen Prozess als Spaß. Es war ein großartiges Gefühl, wieder als Kollektiv zu arbeiten. Letztendlich fühlte sich die Musik, die wir machten, frisch an, um es mit den Worten des Textes zu sagen: ‚in new terrain‘. Im Outro ist Rhys’ Stimme zu hören, die mithilfe von KI in eine Frauenstimme umgewandelt wurde. Nach der Arbeit an diesem Song waren wir sehr optimistisch, was die Musik angeht, die wir machen würden. Der Text feiert das gemeinsame Schaffen von Kunst im Gegensatz zum ständigen individuellen Ausdruck.“

„Picto“ wird übrigens von einem Musikvideo zum Thema „Zahnarzt“ begleitet, das von Katya Ganfeld gedreht wurde. Die Band fügt hinzu: „Die Idee zu diesem Video entstand aus dem grausamen Dilemma, einen Zahnarzttermin zu haben, obwohl man Angst vor dem Zahnarzt hat. Klanglich lag es nahe, etwas in der Dunkelheit oder in der Nacht zu machen. Aber wir haben versucht, das umzukehren und dachten, dass medizinisches weißes Licht genauso beunruhigend sein könnte. Man sagt, man müsse sich seinen Ängsten stellen, um sie zu überwinden. Und in diesem Fall bedeutete das, mehrere Zahnmedizin-Lehrbücher zu kaufen, um sie zu scannen und in das Video einzubauen. Das dauerte etwas länger als zunächst gedacht.“

Anspieltipps
Picto
Build A Box Then Break It
Square Root Of None
7
Experimentell.
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