Zwischen Verlangen und Verderben: In dem Erotikdrama „Electrophilia“ muss eine junge Frau lernen, mit den Folgen eines traumatischen Erlebnisses zu leben. Der argentinische Streifen liegt jetzt fürs Heimkino vor.
Während eines winterlichen Sturms wird die Tierärztin Ada (Mariana Di Girólamo) auf einer Weide vom Blitz getroffen. Als sie nach Wochen aus dem Koma erwacht, ist ihr Leben auf den Kopf gestellt. Da ist plötzlich eine seltsame Narbe in Form einer Lichtenberg-Figur, die sich über ihre Haut zieht. Mental ist sie nicht mehr auf der Höhe. Und: Ihr Körper ist nun hypersensibel gegenüber Elektrizität. In einer Selbsthilfegruppe des Arztes Juan (Germán Palacios) findet sie Halt und merkt bald, dass der Kontakt mit Strom sexuelle Erregung in ihr auslöst. Fortan wandelt sie auf einem schmalen Grat zwischen Lust und Lebensgefahr.
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„Electrophilia“ ist in Argentinien schon 2023 in den Kinos gelaufen. Jetzt liegt der Film auch in Deutschland fürs Heimkino vor. Regisseurin Lucía Puenzo mag der eine oder andere durch „XXY“ (2007, lief im offiziellen Cannes-Programm), „Walkolda“ (2013) oder „Das Fischkind“ (2009, lief damals in der Panorama-Sektion der Berlinale) kennen. Nun legt Puenzo ein eher ungewöhnliches Drama vor. Es geht um Traumabewältigung, aber auch um Verlangen und Selbstfindung. Puenzo nähert sich dem Thema mit viel Empathie und Einfühlsamkeit. Auch visuell und atmosphärisch macht der Streifen etwas her. Leider flacht der Film nach gutem Start dann hintenraus ziemlich ab, deutet Tiefgang an, nur um dann doch im seichten Wasser zu verharren. Auch das erotische Knistern ist eher verhalten. Schade, ist die Prämisse doch überaus spannend – gerade in Zeiten, in denen Identitätsfindung und gesellschaftliche Normen leidenschaftlich diskutiert werden.
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