Wir töten Stella

Wir töten Stella (foto: eye see movies)

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Ein Film gewordener Wiener Vorstadt-Alptraum: “Wir töten Stella” ist ein hochaktuelles Psycho-Drama um Sex, Schuld und Macht. Der Streifen, der auf einer 60 Jahre alten literarischen Vorlage basiert, liegt nun fürs Heimkino vor.

Studentin Stella (Mala Emde), unerfahren und gerade mal 19 Jahre jung, geht ahnungslos ihrem Untergang entgegen. Der ebenso erfolgreiche wie rücksichtslose Scheidungsanwalt Richard (Matthias Brandt) verführt sie, seine Ehefrau Anna (Martina Gedeck), die er wie Dreck behandelt, beobachtet die verbotene Affäre mit kühlem, distanziertem Blick. So wird Stella das Opfer einer kaputten, trügerischen bürgerlichen Familienidylle, die mit allen Mitteln erhalten werden soll. Als Stella aber schließlich schwanger wird, überschlagen sich die Ereignisse. Ekel Richard zwingt die junge Frau zur Abtreibung. Die tiefgläubige Stella ist nicht nur körperlich schwer verletzt, sondern auch emotional tief getroffen. Verzweifelt verlässt sie die Villa, als ein gelber Lastwagen die Straße entlang fährt. Sie wirft sich vor das Fahrzeug und stirbt. Annas Niederschrift der eigenen Mitschuld am Tod der jungen Frau ist die beklemmende Bestandsaufnahme einer einsamen Ehefrau und Mutter.

Stolze 60 Jahre hat die Novelle “Wir töten Stella” der österreichischen Dichterin und Schriftstellerin Marlen Haushofer, die selbst aufgrund einer Krebserkrankung nicht sehr alt wurde, bereits auf dem Buckel. Dass der Stoff, der Themen wie sexuelle Übergriffe, Schuld und Suizid verhandelt, dennoch nichts von seiner Relevanz eingebüßt hat, zeigt die jüngste #MeToo-Debatte eindrucksvoll. Nach “Die Wand” (2012) ist “Wir töten Stella” bereits die zweite Verfilmung eines Marlen-Haushofer-Romans durch Regisseur Julian Roman Pölsner, der schon hat durchscheinen lassen, auch “Die Mansarde” verfilmen zu wollen. Ihm ist mit “Wir töten Stella”, dessen Handlung er mal eben stimmig in die Gegenwart verpflanzt hat, ein spannendes Psycho-Drama im Kammerspiel-Stil gelungen, das mit Martina Gedeck und Matthias Brandt über zwei Top-Schauspieler in Gala-Form verfügt. Hier und da entdeckt der aufmerksame Zuschauer auch den einen oder anderen Querverweis auf “Die Wand”.

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Fazit: Sehenswert.

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