Wackersdorf

Wackersdorf (foto: alive)

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Nach einer wahren Begebenheit: Das spannende Polit-Drama “Wackersdorf” beschäftigt sich mit den Hintergründen, die einst zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz führten. Der Streifen liegt nun fürs Heimkino vor.

Oberpfalz, 1980er Jahre: Die Arbeitslosenzahlen steigen und der Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) steht unter Druck, Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Da erscheinen ihm die Pläne der Bayerischen Staatsregierung wie ein Geschenk: In der beschaulichen Gemeinde Wackersdorf soll eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Region verspricht. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorgeht, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzt, steigen in Schuierer Zweifel auf. Vielleicht ist die Anlage doch nicht so harmlos wie behauptet. Schuierer beginnt nachzuforschen und legt sich mit der mächtigen Strauß-Regierung an.

Keine Frage: Der Landrat Hans Schuierer war so etwas wie eine Ikone des Widerstands, eine Galionsfigur des Protests gegen den Bau der WAA. Einer, der seine Karriere und seine Zukunft aufs Spiel setzte, weil er sich ohne Rücksicht auf Verluste für die gute Sache einsetzte. Sehr zum Missfallen der bayerischen Landesregierung, die in ihm den Blockade-Landrat sah, ihn kräftig abstrafte und mit Klagen und einem Disziplinarverfahren überzog. Er hat’s überstanden, war noch bis 1996 Landrat des Landkreises Schwandorf und lebt heute als Ehrenbürger immer noch dort. Der Film – Gewinner des Publikumspreises auf dem Filmfest München 2018 – setzt ihm nun eine Art popkulturelles Denkmal. In Zeiten, in denen überall Schüler auf die Straße gehen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren, kommt “Wackersdorf” sozusagen als Anschauungsmaterial gerade recht. Ein hier und da natürlich mit fiktiven Elementen angereichertes, filmisches Plädoyer für Demokratie und bürgerliches Engagement. Hoffnungsstiftend, ohne kitschig zu sein.

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Fazit: Sehenswert.

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