Volt

Volt (foto: farbfilm)

4

4 Farbfilm
4

Die Flüchtlingskrise ist längst in der Popkultur angekommen. Auch filmisch wird das Thema immer wieder aufgegriffen. Gefühlt in jedem zweiten “Tatort”, jetzt auch im Thriller “Volt” mit Benno Führmann, der nun fürs Heimkino vorliegt.

Der Film ist in der nahen Zukunft angesiedelt. Deutschland hat Transitzonen an seinen Grenzen errichtet. Dort warten Tausende von Flüchtlingen in großen Lagern darauf, dass es für sie irgendwie weitergeht. Mit der Einbürgerung – oder eben dem Rücktransport. Längst sind diese Zonen zu rechtsfreien Slums mutiert. Die Situation droht ständig zu eskalieren. Polizeikorps halten die wütenden Transits brutal auf Abstand. Zu einem solchen staatsübergreifenden Einsatzkommando gehört auch Volt (Benno Fürmann), der im Einsatz eine folgenschwere Tat begeht: Er tötet im Kampf den Flüchtling Hesham (Tony Harrisson). Das Verbrechen bleibt zeugenlos, doch aufkeimende Schuld beginnt ihn zu zerfressen, treibt Volt zunehmend und immer tiefer in die Welt seines Opfers – bis in die Arme von LaBlanche (Ayo), der Schwester des Toten. Er beginnt ihr zu folgen. Zuerst als Retter, dann als Freund. Doch immer als Lügner. Tagsüber als Polizist an der Frontlinie, nachts auf der anderen Seite. Volt muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht, denn die Unruhen in Folge seiner Tat beginnen zu eskalieren …

Als “Volt” gedreht wurde, befand sich die Debatte um das Thema Flüchtlinge in Deutschland auf dem Siedepunkt. Lauthals forderten vor allem Politiker aus dem Süden sogenannte Transitzonen. Der deutsch-palästinensische Regisseur Tarek Ehlail zeichnet in “Volt” nun ein düsteres Bild davon, wie eine solche Zone hätte aussehen können. Eine spannende Idee für einen Thriller, der optisch auch für eine deutsche Produktion etwas hermacht und mit einem zur dystopischen Atmosphäre durchaus passenden Score daher kommt. Leider wird diese Idee dann aber inhaltlich doch sehr hölzern umgesetzt wird, ja, geradezu enttäuschend. Das Drehbuch gibt Hauptdarsteller Benno Führmann so gut wie keine Chance, dem Zuschauer seinen Charakter näherzubringen. Die wenigen, die er hat, bleiben dann auch noch ungenutzt. Ungut fühlt sich auch an, dass der Film sich einer klaren Deutung entzieht – und daher durchaus auch Beifall aus der falschen Ecke bekommen könnte.

Anzeige

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von ws-eu.amazon-adsystem.com nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzdHlsZT0id2lkdGg6IDEyMHB4OyBoZWlnaHQ6IDI0MHB4OyIgc3JjPSIvL3dzLWV1LmFtYXpvbi1hZHN5c3RlbS5jb20vd2lkZ2V0cy9xP1NlcnZpY2VWZXJzaW9uPTIwMDcwODIyJmFtcDtPbmVKUz0xJmFtcDtPcGVyYXRpb249R2V0QWRIdG1sJmFtcDtNYXJrZXRQbGFjZT1ERSZhbXA7c291cmNlPXNzJmFtcDtyZWY9YXNfc3NfbGlfdGlsJmFtcDthZF90eXBlPXByb2R1Y3RfbGluayZhbXA7dHJhY2tpbmdfaWQ9bmVvZ2hvLTIxJmFtcDttYXJrZXRwbGFjZT1hbWF6b24mYW1wO3JlZ2lvbj1ERSZhbXA7cGxhY2VtZW50PUIwNzIyUjJTUE0mYW1wO2FzaW5zPUIwNzIyUjJTUE0mYW1wO2xpbmtJZD0zNjBhZTVmYTVjNWU0ZDljZDQyNzY1YTc2ZGZkY2ViOSZhbXA7c2hvd19ib3JkZXI9dHJ1ZSZhbXA7bGlua19vcGVuc19pbl9uZXdfd2luZG93PXRydWUiIHdpZHRoPSIzMDAiIGhlaWdodD0iMTUwIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgbWFyZ2lud2lkdGg9IjAiIG1hcmdpbmhlaWdodD0iMCIgc2Nyb2xsaW5nPSJubyI+PC9pZnJhbWU+PC9wPg==

Fazit: Guter Ansatz, maximal durchschnittlich umgesetzt. 

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PHA+PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL09SQXlZVEMxRGgwIiB3aWR0aD0iNjQwIiBoZWlnaHQ9IjM2MCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj0iYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuIj48L2lmcmFtZT48L3A+
More from Benjamin Fiege

Khruangbin – Con Todo El Mundo

Mit “Con Todo El Mundo” haben die texanischen Weltenbummler von Khruangbin ihr...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree