Tom Of Finland (foto: sony pictures)

Tom Of Finland

Die ikonische, homoerotische Kunst Tom of Finlands ist so gut wie jedem ein Begriff. Doch kaum einer kennt die Geschichte des Mannes dahinter. Der finnische Regisseur Dome Karukoski hat sie in seinem Film „Tom Of Finland“ erzählt, das Biopic liegt nun auf DVD und Blu-Ray vor.

Keine Frage: Touko Valio Laaksonen, besser bekannt als Tom Of Finland, hat mit seiner Kunst die Gay Culture des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt. Im Mainstream hatte es der Gute wenig überraschend zunächst schwer: Viele fanden seine Kunst provokant und geschmacklos. Laaksonen zeichnete gerne Männer mit großen Muskeln und Penissen, zumeist in pornografischen Posen. Andere wiederum bewunderten seine Technik und feierten Laaksonen für sein Spiel mit Klischees und Stereotypen. Und so ist man heute tendezeniell eher stolz auf seinen berühmten Landsmann.

Die Geschichte, die Dome Karukoski in „Tom of Finland“ erzählt, setzt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg an. Laaksonen (Pekka Strang – wunderbar!) ist von der Front zurückgekehrt, um festzustellen, dass er nicht mit offenen Armen empfangen wird. Im Finnland der 1950er Jahre kann der gelernte Werbezeichner als Homosexueller weder lieben, wen er will, noch sich selbst verwirklichen. Immer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt, die mit Schwulen äußerst rigoros umgeht, findet Touko Zuflucht im Zeichnen homoerotischer Bilder. Unter dem Pseudonym Tom of Finland tritt seine Kunst schließlich einen Siegeszug an. Der Künstler entfacht damit nicht nur die „Gay Revolution“, sondern wird auch zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger Männer.

In Finnland hatte man dem Biopic über diesen doch sehr einflussreichen Künstler natürlich entgegengefiebert. Vieles macht der Film auch richtig: Die Story, vom Leben geschrieben, geht zu Herzen, legt den Finger in die Wunder der finnischen Gesellschaft und offenbart mit viel Pathos ihren früheren Umgang mit Minderheiten. Gleichzeitig ist der Film aber nicht nur anklagend, sondern auch hoffnungsspendend. Und überraschend prüde, vor allem, wenn man sich das Sujet vor Augen führt. Sexszenen gibt es nicht, der Ansatz ist klar: Hier soll eine Heldengeschichte erzählt werden, zu viel Schmuddelkram würde dabei nur stören.

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Fazit: Sehenswert.

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