The Kinks – The Kinks Are The Village Green Preservation Society

The Kinks - The Kinks Are The Village Green Preservation Society (foto: bmg)

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Das sechste Studioalbum der Kinks ist eines ihrer legendärsten: “The Kinks Are The Village Green Preservation Society” feiert 50. Geburtstag. Anlässlich dieser Feierlichkeiten haut das Label BMG eine Anniversary Edition raus, die in unterschiedlichen Formaten daherkommt.

Die meisten Kritiker sind sich einig: “The Kinks Are The Village Green Preservation Society”, erschienen 1968 (am selben Tag wie das “White Album” der Beatles), ist das vielleicht außergewöhnlichste Album der Kinks. Ein nostalgisches Konzeptalbum, das von Ray Davies Songwriting sowie Dave Davies Gitarrenspiel geprägt ist. Eine Musik gewordene Verneigung vor dem englischen Landleben. Vor alten Werten. Ein Album, das zunächst kräftig floppte und erst von den nachfolgenden Generationen als Meisterwerk geadelt wurde. “The most successful flop of all time”, wie Ray Davies mal bemerkte.

“Ich denke, `The Kinks Are The Village Green Preservation Society´ ist ein sehr persönlicher Blick auf eine Lebensphase“, sagt Ray Davies heute. „In meinem imaginären Dorf ist es das Ende unserer Unschuld, unserer Jugend. Manche Leute sind zwar ziemlich alt, aber in Village Green darf man nie erwachsen werden. Ich sehe das Projekt selbst als Teil eines Lebenszyklus.“

Der Longplayer entstand unter äußerst schwierigen Umständen. Ray Davies hatte unter anderem mit familiären Problemen zu kämpfen, die Band stand kurz vor der Trennung. Sie weigerte sich, dem Zeitgeist zu folgen. Und so gibt es viele zeitgenössische Spielereien – wie etwa massig Hall oder sonstige Spezialeffekte – nicht oder kaum. Vielleicht ist ihr gerade deshalb ein so zeitloses Werk gelungen. Mit Songs über das Erwachsenwerden, das Älterwerden und den Niedergang nationalen Kultur und Traditionen. Ein Werk, geprägt von Witz, Traurigkeit, ja, aber auch Wut. Aber ohne Hit-Single. Macht aber nix. Songs wie “Animal Farm,” “Starstruck”, “Do You Remember Walter?” oder “People Take Pictures of Each Other” gehören dennoch zum Besten, das die Band je zustande gebracht hat. Songwriter Ray Davies zeigt sich in diesen Texten als äußerst scharfsinniger Beobachter.

In der neuen Jubiläumsausgabe sind viele bisher unveröffentlichte Songs und alternative Versionen enthalten, darunter der unveröffentlichte Titel „Time Song“. Eingefleischte Fans kennen ihn aber wohl trotzdem. Denn obwohl dieser nie in einer Veröffentlichung enthalten war, spielten die Kinks den Song 1973 im Theatre Royal, Dury Lane, zu Großbritanniens Eintritt in die damalige EG. „Als wir 1973 das Konzert in Dury Lane spielten, um den Eintritt in den gemeinsamen Markt zu feiern, beschloss ich, das Lied als Warnung zu benutzen, dass die Zeit für das alte britische Empire knapp wird“, erklärt Davies. „Dieses Lied wurde ein paar Wochen später aufgenommen, aber nie fertiggestellt.“ Ray Davies mixte den Song Anfang des Jahres, der nun in dem Deluxe Box-Set und auf der Doppel-CD enthalten ist.

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Fazit: Die Kinks auf einem kreativen Höhenflug.

Anspieltipps: Animal Farm, Starstruck, Do You Remember Walter?, People Take Pictures of Each Other

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