The First Purge

The First Purge (foto: universal pictures)

5

5 Universal Pictures
5

Der vierte Teil der erfolgreichen “The Purge”-Saga ist praktisch ihr Anfang: “The First Purge” erzählt, wie es zur ersten “Säuberungsaktion” kam. Der Horrorstreifen liegt nun fürs Heimkino vor.

Die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft: Um die Verbrechensrate für den Rest des Jahres unter ein Prozent zu drücken, setzen die „Neuen Gründungsväter Amerikas“ eine gewagte soziologische Theorie in die Tat um: Für eine einzige Nacht bleiben alle Gewalttaten straffrei. Damit soll der frustrierten Bevölkerung ein Ventil für ihre angestauten Aggressionen geboten werden. Doch was zunächst als recht harmloses Experiment im New Yorker Stadtteil Staten Island beginnt, gerät schnell außer Kontrolle. Es breitet sich bald wie ein Lauffeuer über die ganze Nation aus, als der unterdrückten Bevölkerung bewusst wird, dass die Regierung sich nicht an die Regeln der gesetzlosen Nacht hält.

Horrorfilme sind immer dann am besten, wenn sie Elemente beinhalten, die wahr sein könnten. Und dieser Schuss Realismus ist vielleicht das große Erfolgsgeheimnis der “The Purge”-Reihe. Hier sind keine Monster oder übernatürliche Wesen am Werk, sondern Menschen. Menschen, die in einer Nacht ihre niedersten Instinkte und Gelüste ausleben dürfen. Ein Blick auf die Entwicklung westlicher Gesellschaften, auf den Hass, der sich immer mehr Bahn bricht, lässt es zumindest glaubhaft wirken, dass eine Purge theoretisch möglich wäre. So dystopisch die Filmreihe auch anmuten mag, so politisch ist sie doch. Immer wieder findet sie Anknüpfungspunkte in der politischen Realität der USA, unter anderem im institutionellen Rassismus, der in den Vereinigten Staaten zweifellos herrscht. Die Rhetorik der “Gründerväter” erinnert bisweilen stark an jene Donald Trumps. Abseits dieser oberflächlichen, aber stylish inszenierten Gesellschaftskritik hat “The First Purge” jedoch nicht so viel zu bieten wie seine Vorgängerfilme. Der Streifen kommt erst langsam ins Rollen. Und die Figuren wirken noch klischeehafter und holzschnittartiger als in den Teilen zuvor.

Anzeige

Fazit: Solide. Mehr diesmal nicht. Vielleicht ein gutes Signal, es bei nun vier “Purge”-Teilen zu belassen.

Tags from the story
More from Benjamin Fiege

Robert Plant – Carry Fire

Der eine oder andere hatte sich schon Hoffnung auf ein Led-Zeppelin-Reunion gemacht,...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree