Rostam – Half-Light

Rostam - Half-Light (foto: nonesuch records)

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Ist jetzt solo unterwegs: Das frühere Vampire-Weekend-Mitglied Rostam hat mit “Half-Light” sein Debütalbum vorgelegt. Der Longplayer des Multiinstrumentalisten erschien via Nonesuch Records. 

Debütalbum hin oder her, Rostam hat natürlich schon jede Menge Erfahrung im Musik-Biz gesammelt. Der Grammy-ausgezeichnete Songwriter und Produzent, der bürgerlich Rostam Batmanglij heißt, hat immerhin klassische Musik studiert und schon in seinem letzten Uni-Jahr mit der Produktion des ersten kompletten Albums seiner Karriere begonnen – dem selbstbetitelten Debüt von Vampire Weekend. Das Ding sollte das erste von insgesamt drei Gold-Alben mit Rostam als Produzent werden.
Anfang 2016 kündigt der Mann schließlich seinen Abschied von der Band an, um auf Solo-Pfaden zu wandeln.

Das liegt mit dem in Los Angeles entstandenden „Half-Light“ nun vor, eine schmucke Sammlung von 15 recht abwechslungsreichen Songs, die zwar hier und da auch auf Produktionen seiner früheren Projekte hätten landen können, aber einen entscheidenden Unterschied aufweisen: den Einsatz seiner Stimme. Die hat Rostam in der Vergangenheit üblicherweise nicht als Lead-Sänger zur Schau gestellt. Schade, denn singen kann er. Das beweist er hier. Unter den 15 Songs finden sich einige ganz nette Perlen: auch einige Perlen aufzuweisen hat: Die Opener “Sumer” und “Bike Dream”, ein befreiender Song über die homosexuelle Liebe, sind solche. Auch das titelstiftende, intime “Half Light”, bei dem Kelly Zutrau dem guten Rostam zur Hand geht, gehört zu den Glanzlichtern. Seinen persischen Wurzeln zollt Rostam in “Wood” Tribut, zum Großteil ein Instrumental. Sehr schön.

Zum Titel ‚half-light‘ sagt der Musiker, selbst Sohn iranischer Flüchtlinge, übrigens folgendes: „Ich war fasziniert von der Tatsache, dass es ein Wort mit doppelter Bedeutung ist. Das fühlte sich für das Album maßgeblich an. Es erinnerte mich an einen Freund in Japan, der mir sagte, dass für die Leute zunehmend das Wort ‚double’ bedeutender wird als ‚half’, um ihre gespaltenen ethnischen Zugehörigkeiten zu beschreiben. Jede Person, die in Amerika mit Migranteneltern aufwächst, erlebt diesen Zwiespalt, dass man sich sowohl ‚doppelt’ als auch ‚halb’ fühlt. Auch viele von uns, die sich als queer bekennen, haben beim Aufwachsen damit Erfahrungen gemacht, dieses Gleiten zwischen Hetero- und Gay-Welten, das Switchen zwischen Codes. Ich sage ‚Erfahrungen gemacht’ in der Vergangenheitsform, weil ich nicht weiß, ob dies auch die Erfahrung ist, die die Kids von heute machen.“

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Fazit: Gelungenes Debüt.

Anspieltipps: Sumer, Bike Dream, Wood, Half-Light

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