Poems For Laila - Dark Timber (foto: baboushka records)

Poems For Laila – Dark Timber

Chanson, dunkler Folk und Pop – es ist eine ganz besondere Mischung, die Poems For Laila auf ihrem neuen Album „Dark Timber“ anrühren. Nikolai Tomás führt hier diesmal keinen Alleingang durch, sondern hat sich mit Joanna Gemma Auguri eine echte Könnerin als Unterstützung ins Boot geholt.

Keine Frage: Poems For Laila haben bewegte Zeiten hinter sich. 1988 von Nikolai Tomás in Berlin gegründet, bereiste die Gruppe, die irgendwie immer ein Ein-Mann-Projekt war, als erste Westband überhaupt die damalige UdSSR. Sie spielten in zwölf Ländern auf drei Kontinenten, in großen Venues und kleinen Clubs, in Bars, auf Festivals und auf Wanderbühnen. Echte Indie-Darlings. Insgesamt zehn Alben, mehrere Singles und sogar einen Auftritt in einem Kinofilm hat die Band in ihrer Vita stehen. Eine Vita, die allerdings auch voller Brüche ist. Zwischen 1994 und 1998 pausiert die Band, 2007 scheint es – abgesehen von einem Best-Of –  dann endgültig aus zu sein. Bis 2015. Da traf Tomás auf Joanna Gemma Auguri und beschloss, Poems For Laila wieder aufleben zu lassen. Und das nicht mehr als One-Man-Veranstaltung, sondern mit Auguri fest an seiner Seite. 2016 hauten die beiden das Album „TIK TAK“ raus, ein erstes großes Ausrufezeichen – und nun steht mit „Dark Timber“ ihr zweites großes Release in den Regalen.

Das neue Machwerk wurde dem Vernehmen nach in einer Jurte im Havelland aufgenommen. In absoluter Abgeschiedenheit, in einem Wald mit wirklich schwarzen Nächten, umgeben von Zeltwänden aus Holz, Filz und Wolle. Bei den zwölf Songs ist erstmals nicht Tomás alleiniger Autor, denn tatsächlich hatte Auguri beim Songwriting ebenfalls ihre Finger im Spiel – ein kleines Novum in der Bandgeschichte. So erklärt sich wahrscheinlich auch der leicht veränderte Sound der Band, ist er doch nicht mehr so forsch wie in seiner Anfangszeit, sondern eher düster und bedächtig.

Stimmlich ergänzen sich die beiden nahezu perfekt. Dem tragen die beiden auch Rechnung, die Instrumentierung fällt hier doch recht sparsam aus, der Gesang steht klar im Vordergrund. Eine absolut richtige Entscheidung. Besonders gut: das bittersüß-romantische „Oh My Heart“ und der atmosphärische Opener „Gambler“.

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Fazit: Zauberhaft.

Anspieltipps: Gambler, Lyttleton, Oh My Heart

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